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02.08.2001
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In Seattle beginnt die Roboter - Weltmeisterschaft

Berlin (dpa) - Es gibt sie, die stillen Helden des Fußballs. Eine

deutsche Mannschaft, die Europa- und Vizeweltmeister wurde, ohne dass

Leo Kirch nach Übertragungsrechten gierte.

Von immensen Ablösesummen für die besten Spieler war auch noch nie

die Rede, und selbst die Fußball-Weltmeisterschaft wird wohl eher ein

leises Ereignis werden: An diesem Freitag startet in Seattle (US-

Bundesstaat Washington) der Robo-Cup 2001, das Ringen um die besten

Roboter-Kicker der Welt.

Dabei sein ist alles. Das gilt auch für die Roboter-Mannschaft der

Freien Universität Berlin und ihre Konstrukteure, zehn tüftelnde

Informatikstudenten. Schon zwei Mal haben sie es mit ihren

Konservendosen großen rollenden Fußball-Robotern bis ins Endspiel

geschafft. Auch diesmal haben sie die «FU-Fighters» hart trainiert

und erstmals mit Videokamera-Augen ausgerüstet. Denn der Mensch hat

beim Roboterfußball nur noch zwei Aufgaben. Er ist der Schiedsrichter

- und er heilt böse Verletzungen mit dem Lötkolben.

Der Robo-Cup ist der Beweis dafür, dass Fußball etwas mit Grips zu

tun haben kann. Denn die Weltmeisterschaft in Seattle ist nur ein

Vehikel, um Fortschritte in der Erforschung künstlicher Intelligenz

zu vergleichen. Roboter-Fußball wird gespielt, weil jedes

Forschungsinstitut der Erde die Regeln kennt. Eine Robo-Mannschaft

aber zum Kicken zu kriegen, ist schwierige Grundlagenforschung.

Einen Robo-Kicker über das Spielfeld flitzen zu lassen, ist eine

komplexe Aufgabe für Informatiker. Die computergesteuerten Kicker

dürfen - wie im wahren Fußballleben - nicht rempeln. Dafür sollen sie

den Gegner durch Antäuschen überlisten und den Ball blitzschnell ins

richtige Tor befördern. «Nicht die Umwelt soll an den Roboter

angepasst werden, sondern umgekehrt», erläutert der Berliner

Informatik-Professor Raul Rojas die Idee, die hinter den «FU-

Fighters» steht. In Wahrheit gehe es bei der Programmierung nicht um

Fußballfelder, sondern um Fabrikhallen und Büroräume. Hier soll die

komplizierte Software einmal eingesetzt werden, die mit den «FU-

Fighters» erprobt wird.

Die Gäste des Robo-Cup in Seattle aber kommen wegen des

Amüsements. Es hat etwas Erheiterndes, wenn Kicker wie die «FU-

Fighters» über Tischtennisplatten rasen, wenn sie Eigentore schießen

oder wegen grober Fouls die Rote Karte kassieren. So mancher

erfolgreiche Robo-Recke aber hat bei den Meisterschaften schon einen

Ehrentitel bekommen - ein «FU-Fighter» heißt «Ronaldo».

(Internet: Berliner Robo-Cup-Teilnehmer: http://www.fu-fighters.de)

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