VON BETTINA PEULECKE
Der Terrorist als Popstar
Die Story: 1977 wurden Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe in ihren Zellen in Stammheim tot aufgefunden. Das ist Fakt. Der Film „Baader“ vermischt die biografischen Fakten über die RAF-Terroristen mit Fiktion. Sein Andreas Baader ist ebenso sexy wie sexistisch, weiß wenig über Marx und viel über Autos. Ein cooler Gangster, ein Frauentyp – eine Filmfigur eben.\n\nDie Schauspieler: Frank Giering als Baader ist nicht durchgehend so charismatisch, wie es die Figur erfordert. Sein genialer Gegenspieler Vadim Glowna in der Rolle des BKA-Chefs Krone ist dafür so gut wie seit langem nicht mehr. Und auch die Darstellerinnen Laura Tonke als Gudrun Ensslin und Birge Schade als Ulrike Meinhof überzeugen.\n\nDer Regisseur: Christopher Roth hat fast zehn Jahre lang recherchiert. Doch nicht die realitätsgetreue Abbildung der Ereignisse hat ihn interessiert. Er wollte „andere, neue, tiefere, auf die Persönlichkeit zielende Fragen“ aufwerfen.\n\nFazit: Auf der Berlinale wurde „Baader“ mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet als ein „Spielfilm, der neue Perspektiven in der Filmkunst eröffnet“. Gleichzeitig wurde der Vorwurf der Geschichtsverfälschung laut. Ein absurder Vorwurf, denn der Film erhebt nie den Anspruch der Authentizität. Er ist ein Doku-Drama, dessen Ende nicht „wahr“ ist, aber wahrhaftig das gewählte Genre bedient. Dieser Baader ist eine Pop-Ikone. \n\nNote: 2; 109 Min.; Abaton, UFA-Palast\n\n
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