OLAF WUNDER
Werbe-Offensive der Scientology-Sekte
Auf Kinder und Jugendliche hat es die berüchtigte Hamburger Scientology-Kirche abgesehen: Derzeit verteilen Mitglieder der Sekte Broschüren in der Innenstadt, die auf den ersten Blick harmlos und sogar nützlich wirken: Auf 34 Seiten wird mit kindgerechten Texten und Illustrationen erklärt, was Menschenrechte sind. Ursula Caberta, Leiterin der Scientology-Arbeitsgruppe der Innenbehörde, warnt: "Die Scientologen geben sich hier als Kämpfer für die Menschenrechte aus, wollen auf diese Weise Nachwuchs werben."
Auf der ersten Blick ist gar nicht erkennbar, dass das Heft von der Sekte stammt. Nach alter Scientology-Manier tritt eine Unterorganisation - in diesem Fall die "Youth for Human Rights" (Jugend für Menschenrechte) - als Initiator auf. Dass Scientology dahinter steckt, ahnt der unbedarfte Leser nur, weil im Kapitel "Gedanken bekannter Menschenrechtler" neben Mahatma Ghandi, Martin Luther King, Voltaire und Kofi Annan auch Scientology-Gründer L. Ron Hubbard zitiert wird.
Nach Auskunft der Scientology-Kirche soll das Heft eine Million Mal verteilt werden.
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