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07.02.2006
ARCHIV: MISTER X
 

»Hamer hat sie auf dem Gewissen«

OLAF WUNDER

Ehemann klagt Guru an - seine Frau (40) starb an Brustkrebs

Michaela Jakubczyk war Kunstmalerin. Eine hochintelligente Frau, eine, von der niemand erwartet hätte, dass sie Scharlatanen auf den Leim gehen würde. 2001 erkrankte sie an Brustkrebs, begab sich in Chemotherapie, und ein Jahr später sah alles so aus, als hätte sie das Gröbste überstanden. "Dann hörte sie von diesem Hamer und kaufte für viele Hundert Euro Bücher von ihm", erzählt Gilbert (53), ihr Mann. "Eines Tages bat sie mich, mit ihr nach Spanien zu reisen, wo der damals praktizierte. Weil ich mich weigerte, flog sie allein. Ich konnte sie nicht davon abbringen."

Als sie nach drei Tagen aus Spanien zurückkehrte, war Michaela Jakubczyk wie verwandelt: "Ich werde die schulmedizinische Behandlung sofort beenden. Ich muss den Partnerschaftskonflikt, der Ursache meiner Erkrankung ist, überwinden", verkündete sie. Sie verließ ihren Mann, zog zur Mutter und wurde fortan von Hamer-"Therapeuten" rund um die Uhr beaufsichtigt.

Schon bald begann der Krebs erneut zu wuchern. Ein Arzt wurde gerufen. Am 12. November starb sie mit 40. Daran sei nicht Hamers Medizin schuld, ließen ihre "Therapeuten" wissen. Michaela habe am Ende Schmerzmittel bekommen. Dieser Verstoß gegen die Regeln der "Germanischen Neuen Medizin" habe sie das Leben gekostet.

Für Gilbert Jakubczyk steht fest: "Hamer hat meine Frau auf dem Gewissen." Jetzt kämpft er gegen die irren Lehren des Quacksalbers. Eine seiner Verbündeten ist Christa Wechselbaum aus Berlin, deren Sohn ebenfalls ein Anhänger Hamers war. Er war an Hodenkrebs erkrankt - doch Hamer behauptete, es handele sich lediglich um eine "Schwellung" als Folge eines "Trennungskonflikts". Sören Wechselbaum starb im Alter von nur 25. Dabei wäre seine Überlebenschance bei fachärztlicher Behandlung sehr groß gewesen.


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