SIMON BRAASCH
Slowake will nur nach Hamburg
Ganz Europa haben sie durchpflügt, um IHN zu finden. Den Mann, der ab der neuen Saison den Angriff des HSV anführen und Treffer garantieren soll. Nun hat sich Hamburg festgelegt - und muss die Verhandlungen weder auf englisch, noch auf französisch oder spanisch führen. Simples Deutsch genügt, denn Robert Vittek ist das Objekt der Begierde. Sollte der HSV mit dem 1. FC Nürnberg Einigkeit erzielen, hat der Verein sein erhofftes, neues Sturm-Ass. Denn der 24 Jahre alte Slowake hat sich bereits entschieden - und sagt Ja zu Hamburg!
"Es gab Gespräche zwischen dem HSV und uns", bestätigt Lars-Wilhelm Baumgarten von Vitteks Beratungsagentur "Stars and Friends". "Sportlich wäre der HSV für Robert sehr interessant." Und dann konkret: "Robert hat sich festgelegt - unser Hauptaugenmerk liegt auf dem HSV. Kommt Hamburg mit Nürnberg klar, werden wir uns sicher auch einigen."
Vittek, in der abgelaufenen Rückserie mit 16 Treffern bester Torschütze der Bundesliga, steht also in den Startlöchern. Probleme bereitet hingegen der FCN. Nach Vorgesprächen mit dem HSV soll es in den kommenden Tagen zu einem ersten ernsthaften Verhandlungstermin der Bosse kommen.
Wo liegt die Schmerzgrenze der Franken? Dass ein von Dynamo Kiew eingereichtes Angebot über zehn Millionen Euro jüngst abgelehnt wurde, spielt keine Rolle - Vittek wollte ohnehin nicht in die Ukraine wechseln. "Es ging nur um England oder die Bundesliga", so Baumgarten.
Bis zuletzt sträubte sich der Club, Vittek (Vertrag bis 2008) auf den Markt zu werfen. Nachdem nun aber der Spieler selbst in die Offensive geht, ist die Situation eine andere. Ähnlich verlief das Gefeilsche zwischen dem HSV und Bayern in Sachen Van Buyten. Zunächst wurde abgeblockt, dann ließen die Münchner Van Buyten mehrmals bei seinen Bossen vorstellig werden - und um die Freigabe bitten. Am Ende zahlten die Bayern nur die Hälfte der mal geforderten 20-Millionen-Euro-Ablöse.
Für Vittek will der HSV möglichst nicht mehr als fünf Millionen berappen - die werden nicht reichen. "Der HSV sollte das Thema Vittek schnell wieder ad acta legen", sagt FCN-Sportdirektor Martin Bader. "Die Summe, die wir wollen, können die gar nicht zahlen." Gepolter vor dem Poker - oder doch bitterer Ernst?
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