Donnerstag, 18.03.2010

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18.05.2007
ARCHIV: Konflikte
 

Tote bei neuen israelischen Luftangriffen

Gaza/Tel Aviv - Bei neuen Angriffen der israelischen Luftwaffe sind im Gazastreifen am Freitag mindestens acht Palästinenser getötet worden.

Gaza/Tel Aviv - Bei neuen Angriffen der israelischen Luftwaffe sind im Gazastreifen am Freitag mindestens acht Palästinenser getötet worden. Kampfflugzeuge griffen ein von der radikal-islamischen Hamas genutztes Gebäude östlich von Gaza an.

Dies bestätigte eine Militärsprecherin in Tel Aviv. Dabei starben vier Hamas-Leute und ein Passant. Militante Palästinenser feuerten seit der Nacht mehr als zehn Raketen auf das israelische Grenzgebiet zum Gazastreifen. Drei Palästinenser kamen um, als die israelische Luftwaffe im Norden von Gaza ein Auto der radikal-islamischen Hamas mit einer Rakete traf. Es gebe fünf Verletzte, sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes.

Zuvor war ein Palästinenser in Gaza bei einer Schießerei von Hamas-Milizionären getötet worden. Die Hamas-Kämpfer hätten versucht, einen Geheimpolizisten in ihre Gewalt zu bringen, teilte die Polizei mit. Verwandte des Beamten hätten diesen gegen den Angriff verteidigt. Dabei sei ein Angehöriger des Geheimpolizisten getötet worden. Dieser gehört einer Einheit unter Kontrolle der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an.

Bei sporadischen Gefechten zwischen der Hamas und der rivalisierenden Palästinenserorganisation Fatah wurde am Freitag nahe dem Hafen von Gaza ein unbeteiligter Fischer erschossen. Damit sind mindestens 54 Menschen in den seit fünf Tagen andauernden Kämpfen zwischen Palästinensern getötet worden.

Nach einem Bericht des israelischen Fernsehens gab Ministerpräsident Ehud Olmert am Vorabend grünes Licht für weitere Luftangriffe auf militante Palästinenser, die Israel mit Raketen beschießen. Ein Hamas-Sprecher hatte neben neuen Raketengriffen andere Gewaltakte angekündigt. Hamas hat seit mehr als zwei Jahren keinen Selbstmordanschlag mehr in Israel verübt.

Israelische Panzer und Infanterie waren am Donnerstag an zwei Stellen im nördlichen Gazastreifen eingerückt, um Abschussanlagen für palästinensische Kassam-Raketen zu zerstören. Bei den neuen palästinensischen Raketenangriffen wurden drei Israelis verletzt. In Sderot sei eine Synagoge getroffen worden, teilte das israelische Armee mit.

Nach israelischen Militärangaben stießen die Soldaten nur etwa 400 Meter auf palästinensisches Territorium vor. Nach dem Bericht der Zeitung «Haaretz» sollten die Soldaten möglicherweise einige Tage dort bleiben. Das solle auch ein Warnsignal an die Adresse der Palästinenser sein, dass mit einer größeren Bodenoffensive im Falle weiterer Kassam-Angriffe zu rechnen sei. Wie israelische Zeitungen weiter berichteten, verlegte die Armee erstmals seit November wieder Artilleriebatterien in die Nähe des Gazastreifen. Bei einem Luftangriff auf ein Lager der Hamas bei Deir al-Balah gab es keine Verletzten.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte am Donnerstag telefonisch mit dem israelischen Regierungschef Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas über die Eskalation der Gewalt im Gazastreifen gesprochen. Sie habe ihre Besorgnis geäußert, teilte das Außenamt in Washington mit. Vorher hatte bereits die EU ein Ende der Gewalt gefordert.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) gab am Freitag bei seiner Nahost- Regionalkonferenz am Toten Meer in Jordanien die Gründung eines palästinensisch-israelischen Wirtschaftsrates bekannt. Der Rat wird von dem Palästinenser Walid Nadschab und dem Israeli Amos Schapira geleitet und will sich nach Angaben des WEF für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen palästinensischen und israelischen Unternehmern einsetzen. «Als Geschäftsleute befassen wir uns nicht mit politischen Fragen und Lösungen, trotzdem haben wir das Bedürfnis, ein positives Element für Veränderung und Hoffnung zu sein», erklärte Schapira.


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