STEPHANIE LAMPRECHT
Die Aktion war der vermutlich lustigste Coup in der Hamburger Kriminalgeschichte: Am 28. April 2006 überfielen 30 Männer und Frauen in Superheld-Kostümen das "Frischeparadies Goedeken" an der Großen Elbstraße, erbeuteten Delikatessen von Hirschkeule bis Champagner - und entwischten der Polizei. Später verkündeten sie schriftlich, sie hätten die Luxus-Leckereien an "Erzieherinnen, Praktikanten, Putzfrauen und Ein-Euro-Jobber" verteilt. Heute steht eine 30-Jährige Aktivistin der linken Szene vor dem Amtsgericht Altona. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Diebstahl, die junge Frau soll durch Zeugen als eine der "Superhelden" identifiziert worden sein.
Die Gruppe mit dem Robin-Hood-Appeal nennt sich "Prekäre Superhelden", die Mitglieder tauchen in rosa Spiderman-Kostümen oder Gewändern anderer Comic-Helden auf. Ihre Botschaft: den Reichtum umverteilen. Bereits im Mai 2005 waren die "Superhelden" auf den Süllberg eingefallen, hatten den verdutzten Gästen des Nobelrestaurants die besten Bissen vom Teller geklaubt.
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