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Revoluzzer-Schick ist zurück - Aber kaum jemand weiß, wo das Tuch herkommt
Die Straßen sind voll damit: Ein Tuch, markant gemustert, mit Troddeln bestückt und dick um den Hals geschlungen - das Palästinensertuch, liebevoll "Pali-Tuch" genannt, gehört derzeit zu den angesagtesten Accessoires.
Aber was trägt man da eigentlich? Ursprünglich gehörte die "Kufiya" zur Tracht von Beduinen und Bauern. Durch Jassir Arafat wurde sie zum Symbol des Kampfes für die Unabhängigkeit der Palästinenser. In Deutschland stand das Tuch seit den 60ern für den linken, antiamerikanischen Widerstand; in den 80ern trugen es Punks, Hausbesetzer und linke Demonstranten. Neueste Entwicklung: Neonazis, die das Tuch als Ausdruck ihrer anti-israelischen Haltung tragen.
Die Mode aber kümmert sich nicht um die umstrittene Symbolik. Inzwischen gibt es das "Pali-Tuch" sogar aus teurem Kaschmir - keine Spur von Radikalität. Auch für die meisten Träger ist es einfach: Das Tuch sieht schön aus. Und warm hält es auch. Nichts weiter.
"Es steht für Friedfertigkeit"
Sönke Wittern (34), Marktforscher aus Barmbek: "Das Tuch gefällt mir optisch, und es ist auch eine Reminiszenz an die Zeit Ende der 80er. Ich verbinde es mit Solidarität, Friedfertigkeit und Hippietum."
"Es hält wunderbar warm!"
Vanessa Friemuth (16), Schülerin aus Eppendorf: "Das Tuch ist warm und mir gefällt es gut. Alle in meinem Freundeskreis tragen es, es ist einfach ein Trend. Von einer politischen Bedeutung weiß ich nichts."
"Schön und praktisch"
Leyla Ates (18), Azubi aus Harburg: " Ich habe das Tuch erst gestern gekauft, aber eigentlich tragen das schon wieder zu viele. Eine politische Aussage verbinde ich überhaupt nicht damit. Es hält gut warm."
"Ein linkes Symbol"
Antje Klein (40), Redakteurin aus Eimsbüttel: "Das Pali-Tuch ist gerade ein totaler Trend. Ich trage es aber auch als linksautonomes Zeichen."
"Es ist einfach schick"
Lara Balensiefer (16), Praktikantin in der Schanze: "Viele tragen es, und es ist schön. Dass Neonazis das tragen, wusste ich nicht."
Ressort: HH Hamburg
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