BUTTJE ROSENFELD
Der Millerntaler als zusätzliches Zahlungsmittel neben dem Euro ist am Millerntor endgültig gestoppt!
Das ist das Ergebnis der Diskussion im „Ballsaal“ zwischen Caterer „Förde Show Concept“, dem Präsidium und den Verweigerern des Plastik-Chips. Die mächtigen Fans des FC St. Pauli, die massiv mit Boykott beim Getränkekauf gedroht hatten, haben ihr Veto eingelegt. Sie sehen in dem Millerntaler das Sinnbild des totalen Kommerzes und keine Verbesserung des Services. Insgesamt 120 Fan-Klubs, die über 3000 Unterschriften sammelten, sind gegen die Einführung – ein gewaltiger Protest.
Caterer-Geschäftsführer Peter Thomsen hat noch einen Funken Hoffnung: „Wir glauben an den Millerntaler. Aber es wird nichts passieren, solange wir uns nicht mit den Fans einig sind.“
St. Paulis Geschäftsführer Michael Meeske gab zu, dass bei der Kommunikation des Millerntalers einiges schief gelaufen sei. Er sprach sich für eine kleine Arbeitsgruppe mit Vereinsvertretern, Caterern und Fans aus. Dazu ist Janno Hafkus, Mitinitiator der „Online-Petition“, bereit. Doch der Chip-Gegner erklärte unmissverständlich: „Wir können gern über eine Verbesserung des Caterings am Millerntor reden. Aber nicht über den Millerntaler. Der hat bei uns keine Chance.“
Bitter für den Caterer. Denn der hat offensichtlich schon zehntausende Plastik-Münzen gedruckt.
Dem Fan-Vorschlag, für mehr Bierstände und Personal zu sorgen, entgegnete „Förde Show Concept“-Betriebsleiter Uli Held: „Wir haben 28 Stände, für mehr gibt es keinen Platz. Und die sind so eng, dass keine weiteren Verkäufer hinein passen.“ Präsident und Millerntaler-Befürworter Corny Littmann hatte das Ende der Veranstaltung nicht mitbekommen. Er stand ab 20 Uhr auf der Bühne seines eigenen Theaters. Zuvor hatte er gefragt: „Was spricht eigentlich gegen einen Probelauf?“ Die simple Antwort: Das Votum der St. Pauli-Fans. Es wird ihm nicht gefallen haben.
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