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10.07.2008
ARCHIV: ROTHERBAUM
 

Der Campus als Goldgrube

THOMAS HIRSCHBIEGEL, SIMONE PAULS

Verkauf der Uni-Gebäude - 160000 Quadratmeter könnten 350 Mio. Euro bringen

Soll die Uni von Rotherbaum zum Kleinen Grasbrook in den Hafen ziehen? Hamburg diskutiert diesen Vorstoß von Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU). Städtebaulich und finanziell wäre das eine große Herausforderung für die Stadt. Der Verkauf nur eines Teils der Uni-Grundstücke in Rotherbaum würde mindestens 350 Millionen Euro bringen.

Das wäre der Preis, der allein für 160000 Quadratmeter Fläche erzielt werden könnte, auf denen sanierungsbedürftige oder sogar abbruchreife Uni-Gebäude stehen. Investor Dieter Becken geht in dieser Lage von einem Erlös für die Stadt von mehr als 2000 Euro pro Quadratmeter aus, wenn auf den Arealen vier- bis fünfgeschossige Wohnhäuser gebaut würden: "Das ist eine Riesenchance. Ich würde jederzeit kaufen."

Der Vorteil für das Stadtbild: Es würden dutzende Bausünden aus den 70er und 80er Jahren, vor allem an Bundesstraße, Sedanstraße und Grindelallee verschwinden. Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Jürgen Mantell (SPD) aber hat Bedenken: "Der Wegzug der Uni wäre für den Stadtteil ein schwerer Verlust. Schließlich gibt es sie hier seit 1919. Das Quartier lebt doch von der Mischung aus Uni und Wohnen." Rüdiger Rust, SPD-Fraktionschef in Eimsbüttel: "Die Uni ist ein fester Bestandteil des Lebens am Grindel. Die Infrastruktur ist komplett auf die Studierenden abgestimmt."

Und wie steht Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz zu dem Plan, das Grindel-Viertel zu verlassen? Zwar würde sie gern bleiben, befürchtet aber die Nachteile, die Abriss und Neubau von vielen Campus-Gebäuden mit sich bringen würden. Deshalb sagt sie: "Wenn die Infrastruktur stimmt, hätte die Option, dass die Universität mit allen jetzt noch in der Stadt verstreuten Bereichen in der HafenCity neu aufgebaut wird, einen großen Reiz."

Ressort: HH Hamburg


 

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