Dienstag, 16.03.2010

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18.08.2008
ARCHIV: Aktivisten rüsten sich für den 23. August
 

Hier proben die Klima-Camper den Sturm auf Moorburg

CHRISTIAN BURMEISTER

Auch Flughafen soll belagert werden

Klein ist die Gruppe, die sich am Sonntagnachmittag zum "Aktionstraining" zusammengefunden hat. Aber wild entschlossen. Christoph Kleine (41), Sprecher von "Gegenstrom08", leitet die meist jugendlichen Aktivisten an. Das Ziel des Trainings: Vorbereitung für die Besetzung der Baustelle des Kohlekraftwerks Moorburg am 23. August und für die Belagerung des "Abschiebe-Flughafens Fuhlsbüttel" einen Tag vorher.

"Wir haben kein Vertrauen in Schwarz-Grün und fordern deshalb offen zum zivilen Ungehorsam auf", erklärt Kleine. Zuvor hatte ein Camp-Sprecher Tadzio Müller erklärt, man könne echten Klimaschutz nicht in Kooperation mit Regierungen oder Unternehmen machen. Denn Regierungen schützen nur Investionen statt das Klima.

Und so trainiert das kleine Grüppchen den Widerstand, wie es wahrscheinlich schon ihre Väter und Mütter taten: Sitzblockade, Unterhaken, Skandieren: "No water, no nation, stop deportation" (etwa: "kein Wasser, keine Nation - stoppt Abschiebungen"). Andere Aktivisten tragen die Demonstranten schließlich weg. Im Ernstfall werden es Polizisten sein. An einem Friedhofszaun wird den staunenden Journalisten dann das fachgerechte Überwinden eines Zaunes demonstriert. Per Räuberleiter. Man darf davon ausgehen, dass sich die Aktivisten an diesem Nachmittag nicht wirklich in die Karten schauen lassen. Schließlich lebt die geplante Besetzung Moorburgs und andere Aktionen auch vom Überraschungseffekt.

Das Leben im Camp ist gut organsiert. Etwa 800 Aktivisten sind bereits da. Im Laufe der Woche sollen noch 1500 weitere anreisen. "Unsere Infrastruktur steht und wir haben hier ein total nette Atmosphäre", sagt eine junge Frau, die sich wie mehrere andere Sprecher desAntirassismus-Camps aus Sicherheitsgründen "Andrea Doria" nennt.

Die Mehrheit im Camp stellen die Mittzwanziger. Es finden sich aber auch Grauhaarige und Babys. Vor einigen Zelten sind Plakate aufgestellt. Auf einem steht "Solidarität mit Maggi". "Maggi" war die Abkürzung der Gruppe, die Farbbeutel gegen das Haus eines SPD-Politiker warf (MOPO berichtete). Auf eine Diskussion über den Vorfall will man sich aber nicht einlassen. Nur so viel: Ein "Anschlag" sei dies nun wirklich nicht gewesen. Heute steht unter anderem die Besetzung eines Supermarkts auf der Tagesordnung des Kamps - um auf die Bedingungen aufmerksam zu machen, die es ermöglichen viele Produkte spottbillig anzubieten.

Zitat:
"Wir fordern ganz bewusst zum zivilen Ungehorsam auf" Christoph Kleine, "Gegenstrom08"


 

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