MATHIS NEUBURGER
Was hat das Klima-Camp gebracht? Die MOPO sprach mit Aktivistin Ines Koburger (24, Studentin)
MOPO: Was hat das 1. Klima-Camp gebracht?
Koburger: Es war der Startschuss einer neuen Bewegung. Wir haben Maßstäbe und die GAL unter Druck gesetzt. Der schwarz-grüne Senat hat Klima-Aktivisten niedergeknüppelt. Die GAL muss überlegen, welche Position sie einnimmt und wie sie Polizeigewalt rechtfertigt.
MOPO: Die GAL muss jetzt das Recht durchsetzen. Es ist doch klar, dass sie keine Baustellenbesetzung toleriert.
Koburger: Damit sind die Grünen verantwortlich, dass ein Kohlekraftwerk gebaut wird und heuchlerische Klimapolitik durchgesetzt wird.
MOPO: Es ist doch bekannt, dass die GAL dagegen ist. Glauben Sie das nicht?
Koburger: Noch ist nichts entschieden. Aber bisher haben wir nicht den Eindruck, dass sie das Kraftwerk verhindern. Zudem gab es keine Solidarisierung mit Kraftwerksgegnern im Camp.
MOPO: Bei der Moorburg-Demo war nur die Hälfte der Camper. Sind das Schönwetterdemonstranten?
Koburger: 14 Stunden Dauerregen sind ganz schön zermürbend. Zudem brauchten wir viele Leute, um den abgesoffenen Zeltplatz abzupumpen. Aber die Mobilisierung blieb in der Tat hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem werten wir die Aktion als einen Erfolg.
MOPO: Die Attacken auf Mitarbeiter der Ausländerbehörde und ein Bezirksamt bekamen teils mehr Aufmerksamkeit. Wurde dem Anliegen des Camps damit geschadet?
Koburger: Geschadet hat die Strategie der Medien, sich auf Steine zu konzentrieren anstatt auf die strukturelle und physische Gewalt der Gesellschaft. Dennoch ist es uns gelungen, unsere Themen zu setzen.
MOPO: Wie hat sich die Polizei aus Ihrer Sicht verhalten?
Koburger: Am Anfang war die Strategie noch deeskalierend. Zuletzt gab es immer mehr massive Übergriffe und Rechtsverletzungen.
MOPO: Gibt es nächstes Jahr ein neues Camp?
Koburger: Es gibt die Idee, wieder ein Camp zu machen. Aber erst mal müssen wir jetzt dieses Camp abbauen.
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