STEPHANIE LAMPRECHT
700 bei Demo gegen Kohlekraftwerk / Zehn Verletzte und Festnahmen
Es sollte der Höhepunkt der Klima-Camp-Woche werden: die Besetzung der Kraftwerksbaustelle in Moorburg am Sonnabend. Es wurde eine Wasserschlacht: 1200 Polizisten mit Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen rund 400 "Gegenstrom08"-Aktivisten, die versuchten, über Bahnschienen und Spülfelder den schwer bewachten Bauzaun zu erreichen (MOPO am Sonntag berichtete ausführlich).
13 Grad und Dauerregen - bei diesem Wetter kamen statt der erwarteten 1000 nur rund 700 Demonstranten. 300 zogen als Demozug von der S-Bahn Neuwiedental zur Baustelle nach Moorburg. Der Rest wich von der angemeldeten Marschroute ab, schlug sich bereits früh querfeldein und traf kurz vor der Baustelle auf die geschlossenen Reihen der Polizei. Für die Erstürmung der Baustelle hatten die Aktivisten Strohsäcke mitgenommen, um über den Stacheldraht klettern zu können.
"In den Strohballen waren auch Wurfgeschosse versteckt", so Polizeisprecher Ralf Meyer, "die Beamten wurden angegriffen, man kann da schon von Ausschreitungen sprechen." Es ist "eine Lüge, dass in unseren Sitzsäcken Wurfgeschosse versteckt waren", so Christoph Kleine von "Gegenstrom08".
Immer wieder setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Zwei Demonstranten sowie acht Polizisten wurden verletzt. Eine Beamtin erlitt einen Wadenbeinbruch. 21 Demonstranten wurden in Gewahrsam sowie zwei Protestler festgenommen.
Um 16.08 Uhr löste die Polizei die Versammlung auf, da "aus den Reihen der Demonstranten immer wieder Straftaten begangen werden". Rund 70 Demonstranten weigerten sich, den Kundgebungsort zu verlassen und bildeten eine Sitzblockade, die mit Wasserwerfern aufgelöst wurde.
Rund 200 Teilnehmer schlossen sich der Spontan-Demo "Gegen Polizeigewalt und Polizeiwillkür" an und marschierten zum S-Bahnhof Heimfeld. Aktivist Christoph Kleine: "Die Auflösung der Kundgebung war rechtswidrig." Er lobte "die Entschlossenheit und den Mut" der Aktivisten.
Ressort: HH Hamburg
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