MATHIS NEUBURGER
Anschlagsopfer Eisold erhebt schwere Vorwürfe gegen evangelische Einrichtung
Gunnar Eisold (43) wurde am 13. August Opfer einer Attacke. Ein großer Stein flog durch seine Terrassentür, "Abschiebung = Mord" sprühten Unbekannte auf die Hauswand. Jetzt macht der leitende Mitarbeiter der Ausländerbehörde die Kirche für diesen Anschlag mitverantwortlich. Durch ihre Kritik, die "Ausländerverwaltung" habe rechtswidrig gehandelt, habe die Kirche "für die Gewalttäter argumentative Vorarbeit geleistet", schreibt Eisold der Bischöfin Maria Jepsen.
Der Abgeordnete aus Ohlsdorf macht vor allem der zur nordelbischen Kirche gehörenden Beratungsstelle "Fluchtpunkt" Vorwürfe: "Gewalt hat ein gesellschaftliches Umfeld, durch das sich Täter bestärkt fühlen. (...) Leider haben nicht nur extreme Gruppen, sondern auch die Kirche über die Beratungsstelle ,Fluchtpunkt` in den letzten Jahren der Ausländerverwaltung und ihren Mitarbeitern den Vorwurf des Unrechts und sogar des systematisch rechtswidrigen Handelns gemacht", schreibt Eisold.
Uwe Giffei von "Fluchtpunkt" ist "erschüttert": "Einen solchen Zusammenhang herzustellen ist diffamierend und absurd." In der Praxis der Hamburger Ausländerbehörde komme es immer wieder zu rechtswidrigen Verwaltungshandlungen. "Insofern ist es absolut nichts Ungewöhnliches, Ungehöriges oder Aufstachelndes, wenn das Handeln der Ausländerbehörde im Einzelfall als rechtswidrig bezeichnet wird." Man halte dies im Gegenteil für demokratische und auch christliche Pflicht.
Auch Bischöfin Jepsen zeigt sich "verwundert", wie ihr Sprecher Thomas Kärst mitteilt. "Wir weisen die Anschuldigung ganz scharf zurück. Sie ist durch nichts zu rechtfertigen. Herr Eisold tut gut daran, sich zu mäßigen", so Kärst. Übernächste Woche soll es ein klärendes Gespräch geben.
Zitat:
"Die Anschuldigung ist durch nichts zu rechtfertigen"
Sprecher von Bischöfin Jepsen
Artikel drucken
Artikel versenden
Leserbrief schreiben
Meinung sagen und diskutieren
Zurück zur Übersicht
Zu Social-Bookmarking-Diensten hinzufügen: