WIEBKE STREHLOW
Bei der Demo brennt die Deutschland-Flagge /
E ine Deutschlandfahne brennt, Protestler, die unter dem Motto "Hart Backbord! Für etwas Besseres als die Nation" demonstrieren. Das Protokoll der Veranstaltung:
12.30 Uhr: Etwa 700 Menschen haben sich an der St. Pauli Hafenstraße in Höhe des Fischmarkts versammelt. Ihnen gegenüber stehen 750 Polizisten in schweren Schutzanzügen. Aus einem Lautsprecherwagen, an dem ein Banner mit der Aufschrift "'schland halt's Maul" hängt, dröhnt Musik. Andreas Blechschmidt, Anmelder der Demonstration: "Ich halte den Polizeieinsatz für unnötig. Wir haben kein Interesse, eine gewalttätige Demo auf die Straße zu bringen. Wir wollen mit unserem Protest zeigen, dass wir mit diesem Staat nicht zufrieden sind."
12.40 Uhr: Polizisten gehen unter lauten "Haut ab"-Rufen in die Menge und holen eine junge Frau heraus. Über Lautsprecher wird erklärt, dass sie während der Proteste gegen den "Thor Steinar"-Laden in der City an einem Raub beteiligt war.
12.50 Uhr: Eine Deutschlandfahne brennt. Die Protestler rufen "Nie wieder Deutschland".
13.20 Uhr: Mittlerweile rund 1650 Protestler marschieren in Richtung Pepermölenbek. Vorweg ein Banner mit der Aufschrift "03.10. Kein Grund zum Feiern."
13.35 Uhr: An der Reeperbahn findet in Höhe der Davidwache eine Kundgebung statt.
14.15 Uhr: Bei einer weiteren Kundgebung vor dem Michel geht es um den Widerstand gegen die Atomenergie.
14.35 Uhr: Ende der Demonstration am Rödingsmarkt. Die Protestler stehen noch bis 15 Uhr den Absperrgittern und dem Wasserwerfer gegenüber und marschieren dann davon.
Ab 15.30 Uhr: In kleinen Gruppen gehen die Demonstranten in Richtung Sternschanze, Innenstadt und Landungsbrücken. Immer wieder sehen Beamte Protestler, die ihr schwarzes Outfit gegen helle Kleidung tauschen. Der Hintergrund: Sie wollen unerkannt zur Feier in der HafenCity gelangen. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe kam es zu keinen Zwischenfällen.
Ressort: HH Hamburg
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