RENATE PINZKE
Neofaschistischer Sänger Marko Perkovic sollte spielen
Die Uni Hamburg ist knapp an einer politischen Katastrophe vorbeigeschlittert. Kommende Woche Sonnabend sollte ein Konzert mit dem kroatischen, neofaschistischen Sänger Marko Perkovic in der Mensa stattfinden. Seine Fans zeigen gern mal den Hitlergruß, er selbst verherrlicht den Völkermord in den Lagern des KZ Jasenovac in Kroatien. Offenbar erst nach massiven Protesten und Hinweisen aus der Studentenschaft wurde der Konzertvertrag gekündigt.
Perkovic, mit Künstlernamen "Thompson" (benannt nach einer amerikansichen Maschinenpistole), wurde bereits in den Niederlanden mit einem Auftrittsverbot belegt. In Deutschland darf er singen. Während seiner Welttournee 2005 kamen 13000 Besucher zu seinem Frankfurter Konzert. Und nun stand Hamburg auf dem Programm. Das Studierendenwerk, zuständig für die Mensa, hatte einen Vertrag mit dem Sänger geschlossen - offenbar ohne sich kundig zu machen, wen sie sich da ins Haus holen. "Wir haben dann Hinweise bekommen und uns umgehend entschlossen, vom Vertrag zurückzutreten", so Sprecherin Martina Nag. "Wir fühlen uns der Völkerverständigung verpflichtet."
Ressort: HH Hamburg
Mit Abschicken Ihres Kommentars akzeptieren Sie die Verhaltensrichtlinien.
Artikel drucken
Artikel versenden
Leserbrief schreiben
Meinung sagen und diskutieren
Zurück zur Übersicht
Zu Social-Bookmarking-Diensten hinzufügen: