THOMAS HIRSCHBIEGEL
Unglaublich Nach einer Übung hat ein Hamburger Beamter mit seiner Dienstwaffe herumgeballert / Jetzt wird der Fall untersucht
Sie sind die Elite der Hamburger Polizei, werden bei Geiselnahmen, Terroristen-Verhaftungen oder Anti-Mafia-Aktionen eingesetzt. Bei Einsätzen des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) geht es oft um Leben oder Tod. Und ausgerechnet diese Spezialeinheit wird jetzt von einem unglaublichen Skandal erschüttert: Ein Beamter hat offenbar betrunken mit seiner Dienstwaffe herumgeballert und eine Tonne durchlöchert.
Schauplatz des Vorfalls war der Ort Schloss Holte-Stukenbrock im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Dort fand eine einwöchige Übung des MEK statt. Untergebracht waren die Elitepolizisten in der Hundeschule des Ortes. Die Übungen stellten harte körperliche Anforderungen an die Teilnehmer. Zur "Entspannung" ist es üblich, dass abends heftig gebechert wird. In einer Kantine trank der erfahrene und bereits ältere Polizist einen über den Durst. In der Nacht torkelte er vor die Tür und feuerte mit einer Dienstwaffe mehrfach auf eine große Tonne. Als der Vorfall herauskam, erklärte der Polizist, es hätten sich beim Entladen der Waffe die Schüsse gelöst. Die Kollegen, die mit ihm gesoffen hatten, hielten fast alle dicht. Den aus Polizeikreisen geäußerten Verdacht, dass auch die höheren Vorgesetzten der MEK-Leute den Vorfall vertuschen wollten, wies Polizeisprecher Ralf Meyer zurück: "Unsinn. Der Fall ist aktenkundig und wird disziplinarrechtlich untersucht." Bis dahin verbleibt der schießwütige Polizist im MEK.
Nicht das erste Mal, dass ein MEK-Beamter Probleme mit dem Alkohol hat. 2006 hatte ein betrunkener MEK-Mann in seiner Freizeit bei Krawallen in der Schanze einen Wasserwerfer mit einer Flasche beworfen. Das Verfahren gegen den 35-Jährigen wurde eingestellt.
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