SIMONE PAULS
Vor Gericht: Drei Jugendliche müssen sich nächste Woche wegen Totschlags verantworten
Sie legten ihm einen Strick um den Hals, stopften ihm ein Stück Gemüsezwiebel in den Mund, dann zogen sie den Strick zu. Als Kirk (17) erstickt war, verbrannten sie seine Leiche auf einer Deponie. Was bringt einen Menschen dazu, einen anderen auf derart grausame Art zu töten? Eine Antwort auf diese Frage könnte es ab kommendem Donnerstag geben. An diesem Tag beginnt der Prozess gegen die drei Jugendlichen, die den Billstedter im April kaltblütig getötet hatten. Die Anklage lautet auf Totschlag.
Die Ermordung von Kirk hatte in der ganzen Stadt für Fassungslosigkeit gesorgt. Angeklagt vor dem Landgericht sind drei arbeitslose Jugendliche, Gzim L. (22), Labinot B. (21) und Yakup M. (19). Sie waren Nachbarn von Kirk M., nach einem Marihuanakauf schuldete er ihnen noch ein wenig Geld. Am Abend des 15. April versuchten sie mit Gewalt, das Geld bei ihm einzutreiben - vergebens. Als der Schüler infolge ihrer Schläge bewusstlos wurde, fassten sie den Entschluss, Kirk umzubringen.
Der Tötungsplan ging laut Staatsanwaltschaft von Gzim L. und Labinot B. aus, der dritte Jugendliche stand untätig daneben. Sie zogen die Schlinge so fest zu, dass Kirk erstickte. Anschließend luden sie die Leiche in den Mercedes des Vaters von Yakup. Sie fuhren an eine abgelegene Brachfläche am Dweerlandweg in Billwerder. Dort legten sie den toten Kirk auf Tapetenresten ab, übergossen ihn mit Benzin und zündeten ihn an. Die verkohlte Leiche wurde später von einem Mitarbeiter der Stadtreinigung entdeckt.
Einer der mutmaßlichen Täter hatte sich wenige Tage nach der Tat gestellt, kurz darauf fand die Polizei auch die beiden weiteren Verdächtigen. Kirk M. ging in die zehnte Klasse der Gesamtschule Stellingen, er galt dort als Sonnyboy. Sein Traum war es, Fotograf zu werden. Deshalb schlug er auch eine Lehrstelle bei Blohm + Voss aus.
Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage angesetzt. 13 Zeugen werden gehört.
Zitat:
Kirk M. galt an seiner Schule als Sonnyboy. Er wollte Fotograf werden
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