ECKART ALBERTS
Kaum zu glauben, was für Töne man mit dem Mund erzeugen kann
Das Thema: Human Beatboxing ist neben Graffiti, Rap, DJiing und Breakdance das fünfte Element des HipHop und zugleich das jüngste. Am knappsten lässt es sich vielleicht - wie es einer der Protagonisten des Films tut - als "menschliche, mundgemachte Rhythmus-Gruppe" beschreiben. Dabei sind der musikalischen Bandbreite der Töne keine Grenzen gesetzt. Mal ähneln sie einem Schlagzeug, mal ergeben sie Melodien, Basslinien und Scratches.
Vor allem in Berlin hat sich Beatboxing in den letzten Jahren zu einer höchst vielschichtigen Kultur entwickelt. Bereits 2002 gab es dort die erste Deutsche Meisterschaft. Mögen die Wettbewerbe, bei denen immer zwei Beatboxer auf der Bühne gegeneinander antreten, auch "Battles" heißen, sehen sich deren Teilnehmer jedoch weniger als Rivalen denn als Teil einer großen, weltweiten Beatbox-Community.
Der Regisseur: Der Dokumentarfilmer Volker Meyer-Dabisch hat einige Protagonisten der Berliner Beatbox-Szene durch das Jahr 2007 begleitet. Als eine Art roter Faden dienen die Ausführungen der beiden Beatboxer Wetlipz und Tobi, die dabei stets auf einer Wiese in Friedrichshain, der sogenannten Ghettowiese, sitzen. Wetlipz, der eigentlich Kyrill heißt, ist Teil der "4xSample Crew", der erfolgreichsten deutschen Beatboxband. Tobi ist Freestyle-Rapper und nennt sich "Pirate MC".
Klugerweise lässt Meyer-Dabisch beider Lust am Improvisieren oft genug freien Lauf. Schier unerschöpflich scheint das Repertoire von Mando, dem amtierenden Deutschen Beatboxmeister zu sein: Zu Hause in der Küche sowie im Probenraum sehen wir ihn und seine Kollegen von der "4xSample Crew" die neuesten Beats und Patterns schmieden.
Info:
Fazit Ein schöner kleiner Dokumentarfilm über eine faszinierende, noch nicht kommerzialisierte Spielart des HipHop.
70 Min., o.A., 3001-Kino
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