Montag, 6.09.2010

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30.10.2008
ARCHIV: VEDDEL
 

Diese Bruchbude st ein Schmuckstück

SWANTJE DAKE

... sagen zumindest die Denkmalfreunde

Ein grauer Bau am Deich, mit Graffiti besprüht, unansehnlich, dem Verfall überlassen. Wenig überraschend, dass die Hamburg Port Authority (HPA) das Gebäude abreißen will. Aber der Verein "Freunde der Denkmalpflege" kämpft für den alten Schuppen am Veddeler Elbdeich. Es ist ein Relikt aus der Kaiserzeit!

Im Inneren blättert Farbe, wuchert Moos, wachsen Pilze. Nichts lässt darauf schließen, dass diese Räume mal das Zentrum der Veddeler Vergnügungskultur waren. Vielleicht noch die gewölbte Decke, der Parkettfußboden. Der Schuppen direkt an den S-Bahn-Gleisen ist der "Alte Ballsaal" der Veddel. "Es ist ein Zeugnis der vergangenen Zeit, es wäre schade, wenn es einfach so verschwindet", sagt Helmut Barth von den "Freunden der Denkmalpflege".

1899 wurde der Saal gebaut. Die Veddel war früher nicht nur ein beliebtes Wohn-, sondern auch Vergnügungsviertel. "Klein St. Pauli" wurde der Stadtteil genannt, in dem Hafenarbeiter, Binnenschiffer und Bewohner feierten. Das meiste davon wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Ballsaal blieb, diente zuletzt als Lager und Musikübungsraum. In diesem Sommer fanden im Rahmen der "Internationalen Bauausstellung 2013" Ausstellungen und Konzerte statt. "Es gibt Interessenten, die Konzerte dort organisieren wollen", sagt Klaus Lübke, von der SPD Veddel.

Doch mittlerweile sei das Gebäude nicht mehr standsicher - entschied die HPA, die zuständig ist, weil das Grundstück im Hafengebiet liegt. "Wir haben eine Sicherungspflicht. Die Bausubstanz ist desolat", sagt HPA-Sprecherin Karin Lengenfelder. Barths Vorschlag: Man könne den alten Saal doch als Foyer in ein womöglich geplantes Bürohaus integrieren. Doch der Standpunkt der HPA, die in den vergangenen Monaten auch die denkmalwürdige Wassertreppe 51 in der Billwerder Bucht abbauen ließ, ist eindeutig: "Das Gebäude ist nicht mehr zu retten", sagt Lengenfelder.



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