OLAF WUNDER
Sonnenkollektoren auf dem Dach, eine Wärmepumpe im Keller Im Passivhaus spart sie rund 1300 Euro Energiekosten pro Jahr
H erlind Gundelach (59), CDU-Politikerin, Wissenschaftssenatorin - und ein Fan von Kuscheltieren: Ein Riesen-Teddy und ein rotes Rhinozeros tummeln sich in ihrem Bett. Wer in das DVD-Regal der Politikerin schaut, stellt fest: Der James-Bond-Thriller "Casino Royale" zählt neben "Stolz und Vorurteil" zu ihren Lieblingsfilmen. Und dann ist die Frau auch noch öko. Zumindest gehört sie zu den ganz wenigen Hamburgern, die in einem Passivhaus leben. Die Senatorin meint: "Wenn mir mal nicht warm genug ist, mache ich einfach ein Teelicht an. Das reicht."
Es kommt nicht alle Tage vor, dass Hamburgs Senatoren ihre Wohnungstüren öffnen. Herlind Gundelach hat es getan. Und außer etlichen Journalisten nahm auch Kollegin Anja Hajduk, die Umweltsenatorin, am Esstisch Platz. Anlass für dieses Kaffeekränzchen: Gundelach wollte den "Tag des Passivhauses" zum Anlass nehmen, Werbung für umweltbewusstes Bauen zu machen.
In einem Passivhaus zu leben, ist billig. 400 Euro bezahlt die Wissenschaftssenatorin jährlich für Heizung. Dabei ist ihr Haus mit 170 Quadratmetern nicht gerade klein. "In einem herkömmlichen Neubau müsste ich mindestens mit 1700 Euro rechnen." Unverständlich, warum sich nicht jeder Bauherr für ein Passivhaus entscheidet: Die Baukosten sind gerade mal zehn Prozent höher. Und von der Wohnungsbaukreditanstalt gibt's Geld dazu: 250 Euro pro Quadratmeter.
Aber wie funktioniert eigentlich ein Passivhaus? Im "Technikraum" im Obergeschoss erklärt es Gundelach: "Verbrauchte Luft wird abgesaugt und deren Wärme dazu benutzt, um die Frischluft aufzuheizen." Dann noch ein paar Sonnenkollektoren und eine sehr gut gedämmte Fassade - schon ist das Passivhaus komplett.
Auf die Frage, ob denn in der Praxis alles auch so gut funktioniert, wie es sich in der Theorie anhört, antwortet Gundelach mit einem überzeugenden: "Bestens!" Und ihre Umwelt-Kollegin Hajduk fügt hinzu: "Schrittweise müssen wir dahin kommen, das Passivhaus zum Standard für Neubauten zu machen. Der Umwelt zuliebe."
Ressort: HH Hamburg
Mit Abschicken Ihres Kommentars akzeptieren Sie die Verhaltensrichtlinien.
Artikel drucken
Artikel versenden
Leserbrief schreiben
Meinung sagen und diskutieren
Zurück zur Übersicht
Zu Social-Bookmarking-Diensten hinzufügen: