Dienstag, 9.02.2010

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10.02.2009
ARCHIV: PROTEST
 

Die Beachclub-Gegner machen mobil

SANDRA SCHÄFER

Suche nach Standort für Strandbars

Die Eröffnung von drei Beachclubs an der Hafenstraße droht zu scheitern. Doch darauf wollen sich die protestierenden Anwohner und Initiativen nicht verlassen. Und weil sie sich gerade erst zusammengefunden und Schwung geholt haben, geht ihr Protest weiter. 180 Betroffene haben jetzt ein breites Bündnis geschmiedet, von Ex-Hausbesetzern über "Pudelclub"-Gänger und verarmte Anwohner bis hin zu neuen Besitzern teurer Eigentumswohnungen und Fischmarkthändlern. Ihre Forderung: "Das Ufer ist öffentlicher Raum und muss für alle nutzbar bleiben!"

"Wenn die Beachclubs kommen, dann haben wir hier Bastmatten-Zäune und Türsteher. An die Elbe kommt man dann nur noch als zahlender Gast", sagt Christoph Schäfer von der Initiative "Park Fiction", den Initiatoren des Antoni-Parks. "Und diese Event-Gastronomie könnten sich die Leute vor Ort gar nicht leisten." Steffen Jörg von der Stadtteil-Initiative GWA befürchtet, dass St. Pauli durch die Ansiedelung der Beachclubs hipper gemacht werden soll, was zur Verdrängung von ärmerer Bevölkerung und von Migranten führt. "Dieser Prozess läuft bereits seit Jahren."

Neben den grundsätzlichen Bedenken gibt es aber auch viele Vorbehalte wegen der Lärmbelästigung durch die Musik von früh bis spät und die ungeklärte Parkplatzsituation. Margit Czenki von "Park Fiction": "Wir lassen uns auch nicht mehr erzählen, dass hier alles sozialverträglich umgesetzt wird." Das habe man auch bei den Kasematten behauptet. Doch stattdessen gebe es dort Überwachungskameras und teure Speisekarten.

Statt einfach nur Projekte zu blockieren, wollen die Anwohner nun selbst Vorschläge erarbeiten, wie die Fläche zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken genutzt werden könnte. Ähnlich wie schon bei der Entwicklung des Antoni-Parks. Das Motto ist "Strand für alle" und als Wiedererkennungsmerkmal wurde die Farbe gelb gewählt. So sollen demnächst die Häusern der Hafenstraße mit gelben Bannern behängt werden und es wird gelbe Protest-T-Shirts geben. Angedacht ist auch eine Beachparty vor dem Bezirksamt.

In der Stadtentwicklungsbehörde soll bis Montag eine Lösung für die drei Beachclubs "del Mar", "City Beach Club" und "Lago Bay" gefunden werden. Sprecher Enno Isermann: "Der Standort Hafenstraße ist nicht vom Tisch. Wir gucken jetzt, ob die Probleme dort lösbar sind oder ob wir alternative Flächen anbieten können."

Info:
Beachclubs suchen neue Heimat

Die drei Beachclubs Lago Bay, del Mar und City Beach Club brauchen einen neuen Standort, weil sie nicht an der Großen Elbstraße bleiben können. Dort entsteht ein neues Kreuzfahrtterminal. Markus Schreiber vom Bezirksamt Mitte hatte ihnen die 3000 Quadratmeter an der Hafenstraße als Standort angeboten. Auf der alten Fläche hatten sie 21000 Quadratmeter. Dann meldete Vattenfall Ansprüche an. Für drei Jahre soll dort eine Baustelle für eine Fernwärmeleitung eingerichtet werden. Nun soll Altona ein Stück vom Fischmarkt hergeben.

Ressort: HH Hamburg


 

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