Dienstag, 9.02.2010

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12.02.2009
ARCHIV: Eisalarm!
 

Glätte sorgt für Chaos

WIEBKE STREHLOW

- Zahlreiche Menschen stürzen auf dem Weg zur Arbeit - Allein 40 Unfälle am Morgen, Staus auf der Autobahn

Der Eisalarm in Hamburg machte gestern nicht nur den Autofahrern zu schaffen. Auch die Fußgänger und Radler hatten Probleme auf den überfrorenen Wegen. Von 6 bis 11 Uhr musste die Feuerwehr zu 27 Einsätzen ausrücken - weil etliche Opfer gestürzt waren.

Die Verletzungen reichen von Prellungen bis hin zu Knochenbrüchen. Auch Erich F. war auf dem Gehweg ausgerutscht. Passanten hatten den Mann um 8.15 Uhr am Curtiusweg (Hamm) zwischen Mülltonnen gefunden. Er kam mit einem Beckenbruch ins AK St. Georg. Besonders tragisch: Der Mann hat gerade erst ein neues Hüftgelenk bekommen.

Reinhard Fiedler (52), Sprecher der Stadtreinigung, warnt: "Wer die Gehwege vor seinem Grundstück nicht streut und dadurch einen Unfall verursacht, kann dafür haftbar gemacht werden." Laut Hamburgischem Wegegesetz muss bei Blitzeis am Tage sofort gestreut werden. Wenn es nachts glatt geworden ist, haben die Eigentümer bis 8.30 Uhr Zeit zum Streuen (sonn- und feiertags bis 9.30 Uhr).

Auch etliche Unfälle wurden durch das Glatteis verursacht. In Hamburg und Schleswig-Holstein registrierte die Polizei allein am Morgen mehr als 40 meist leichte Unfälle.

Der schwerste Crash ereignete sich bereits am Dienstagabend auf der B3 bei Elstorf (Kreis Harburg). Ein Hamburger (22) überholte trotz Glätte, Schneetreiben und Gegenverkehr eine Fahrzeugkolonne. Dabei verlor er die Kontrolle über seinen Opel Corsa und krachte gegen einen Baum. Der Fahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Weitere Folge der eisigen Temperaturen waren Staus. Auf der A7 in Richtung Norden standen die Autofahrer auf neun Kilometern (ab Marmstorf) und in Richtung Süden auf fünf Kilometern ab Schnelsen-Nord. "Auch in der Innenstadt stockte der Verkehr", sagt Polizeisprecher Andreas Schöpflin.

Doch nicht überall schlichen die Autofahrer. Trotz der Glätte fassten Polizisten Dienstag bei einer Kontrolle an der Stader Straße (Heimfeld) knapp 100 Raser.

Zitat:
"Wer die Wege nicht streut, kann haftbar gemacht werden" Reinhard Fiedler, Stadtreinigung

Ressort: HH Hamburg


 

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