THOMAS HIRSCHBIEGEL
Aktuellem Heft liegt ein Empfänger bei / Hamburger Kripo ermittelt / Verlag gibt sich ahnungslos
Seit 58 Jahren erscheint "Micky Maus" in Deutschland und jeder weiß, wer im Comic-Heft auf Ärger mit der Polizei abonniert ist: die Panzerknacker natürlich. Doch nun hat "Micky Maus" im realen Leben selbst Ärger mit den Ordnungshütern. Die Hamburger Kripo ermittelt, weil mit einem kleinen Radio, welches dem aktuellen Heft beiliegt, der Polizeifunk abgehört werden kann.
Polizeisprecherin Ulrike Sweden bestätigte der MOPO: "Wir haben Hinweise erhalten und die Kripo prüft nun, ob ein Verstoß gegen das Fernmeldegesetz vorliegt." Im Visier der fahnder: Ein weißes Mini-Radio in der Größe zweier Streichholzschachteln, das dem aktuellen Heft 12 der "Micky Maus" (Auflage: 314000, Preis 3,20 Euro) beigelegt ist.
Zunächst meldeten sich in Hannover besorgte Eltern, deren Kinder damit den Polizeifunk empfangen konnten. Die Hannoveraner Polizeisprecherin Petra Holzhausen zur MOPO: "Wir gehen hier von zufälligen Einzelfällen aus." Doch dann kamen die Hinweise aus Hamburg. Beamte des "Kriminaldauerdienstes" haben sich jetzt mehrere Geräte beschafft und prüfen, ob damit der Polizeifunk empfangen werden kann. Elke Schickedanz, die Sprecherin des Ehapa-Verlags, in dem "Micky Maus" erscheint, sagt: "Das Gerät ist in China hergestellt, wir haben es aber penibel in einem renommierten Institut für Spielzeugsicherheit prüfen lassen. Demnach liegt der Empfangsbereich nur zwischen 88 und 108 Megaherz und das bedeutet, das nur Radio-Sender empfangen werden können."
Zitat:
"Wir prüfen,ob ein Verstoß gegen das Fernmeldegesetz vorliegt"
Ulrike Sweden, Polizei
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