DAVID SIEMS
Zumindest tagsüber war die Party am Schulterblatt friedlich und fröhlich
Die Schanze feiert - und wie! Gestern verwandelte sich das gesamte Viertel in ein tanzendes Straßenfest, bei dem tagsüber alles ruhig und friedlich blieb. Kommerzielle und stereotype Fressbuden? Absolute Fehlanzeige. Das "Schanzenfest" bleibt noch immer das außergewöhnlichste und alternativste Stadtteilfest in Hamburg. Auch wenn viele den Ausverkauf des Viertels beklagen und der erste McDonald's-Imbiss seit wenigen Tagen im S-Bahnhof Burger verkauft, war auf dem Fest alles so unkommerziell wie in den vergangenen Jahren.
"Schanzenfest"-Besucher Frieder Dähnhardt (27): "Ich finde es toll, dass es für jeden die Möglichkeit gibt, sich hier aktiv einzubringen. Das Fest ist wunderbar bunt und einfach eine echte Alternative zu anderen Stadtteil-Sausen."
Seit dem frühen Vormittag herrschte dichtes Gedränge entlang der Flohmarktstände auf dem Schulterblatt, in der Susannenstraße und der Bartelsstraße. Von gediegener musikalischer Untermalung keine Spur: Aus zahlreichen Musikboxen wummerten kräftige Drum-'n'-Bass-Beats in oberen Lautstärkefrequenzen. Auf einem Hinterhof vom Schulterblatt versammelten sich um die späte Mittagszeit rund hundert Besucher, die entfesselt zu Dancehall-Rhythmen tanzten. Jens Schröder: "Ich bin seit heute morgen um 10 Uhr da und tanze seitdem. Ich bin extra früh aufgestanden, weil ich die Stimmung hier einfach nur geil finde!"
Friedliche und ausgelassene Stimmung überall. Die Polizisten in Kampfmontur, die durch das Viertel patrouillierten, hatten tagsüber einen entspannten Dienst. Stirnrunzeln gab es nur bei Flohmarktverkäufer Christoph Minigroove. Sein Michael-Jackson-T-Shirt von der 1988er "Bad"-Tour wollte einfach niemand kaufen ¼
Ressort: HH Hamburg
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