SANDRA SCHÄFER
Man ruft jetzt wieder nach härterer Zucht, nach strafferen Zügeln und glaubt, dadurch alle jugendlichen Unarten unterbinden zu können, die angeblich auf zu viel Freiheit und zu wenig Strenge in der Erziehung beruhen. Doch das führt auf Dauer nur zu noch mehr Gewalt." So aktuell diese Worte auch klingen, sie wurden vor mehr als 30 Jahren (1978) gesprochen. Und zwar von Astrid Lindgren, als sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekam.
Eine kleine Episode aus ihrem Leben, die Astrid Lindgren damals schilderte, hat der Hamburger Nachwuchs-Filmer David Aufdembrinke (23) zu einem Kurzfilm inspiriert. "Niemals Gewalt" heißt das Plädoyer für eine gewaltfreie Erziehung, die nicht auf Druck setzt, sondern auf Liebe und Vorbild. Astrid Lindgren hielt dies für den einzigen Weg zum Frieden in der Welt.
Fünf Minuten dauert der eindrucksvolle Film mit wunderschönen Bildern und einem schockierenden Einblick in die Gefühle eines kleinen Jungen, der bei einer Nachbarin Kuchen geklaut hat und der nun bestraft werden soll. Die Entwicklung des Projekts dauerte mehr als ein Jahr. Gedreht wurde die Low-Budget-Produktion für 3000 Euro in drei Tagen in Schleswig-Holstein. Durch die Wahl der Bilder und das ländliche Umfeld bleibt die Geschichte zeitlos, erinnert stark an die Welt von Astrid-Lindgren-Figuren.
"Wir haben auch überlegt, die Geschichte in die heutige Zeit zu legen", sagt Aufdembrinke. Mit einer alleinerziehenden Mutter in prekärer Lage. "Aber dann hätten viele das beim Gucken von sich geschoben, es als Problem von anderen betrachtet." Aufdembrinke ging es vor allem darum, die Bestrafung aus der Sicht des Kindes zu schildern. "Dieses Kind möchte seinen Eltern gefallen. Es tut alles, damit seine Mutter es lieb hat."
Zitat:
"Ich wollte die Gewalt aus der Sicht des Kindes zeigen"
David Aufdembrinke, Regisseur
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