SIMON BRAASCH
Die Minuten nach dem Spiel - sie lieferten einen Eklat. 20 Polizisten hatten sich vor der Kurve mit den HSV-Fans postiert, ließen die Profis nicht zu ihren Anhängern. "Das hätten wir uns anders gewünscht - immerhin haben uns 2500 Anhänger begleitet", schildert Labbadia. "Wir haben es dann akzeptiert. Als die Mannschaft sich dann aber vor die Kurve gesetzt hat, sagten uns die Polizisten, sie würden das der UEFA melden."
Zu viel für Labbadia! Wie ein Irrwisch spazierte er im Laufschritt von Polizist zu Polizist, wüste Beschimpfungen kamen über seine Lippen ("F... you"), die eine oder andere Rempelei war zu sehen. Auch Joris Mathijsen und David Jarolim mischten munter mit, die Situation drohte auszuarten. Gut, dass sich die Gemüter beruhigten und die Profis in den Katakomben verschwanden.
Warum aber durften sie nicht (wie sonst üblich) in die Kurve? "Ein Polizist hat mir gesagt, dass sie nur ihren Auftrag erfüllten", berichtete Mathijsen. "Scheinbar ist es normal in Schottland, dass man nicht direkt vor der Kurve mit seinen Fans feiern darf. Schade." Die gleiche Ansage erhielt Klubmanager Bernd Wehmeyer, der noch zügig versuchte, den UEFA-Delegierten einzuschalten. "Er hat mir dann erklärt, dass er an der Situation leider nichts ändern könne."
Andere Länder, andere Sitten. Am Sonntag auf Schalke dürfen die Profis nach dem Spiel wieder ohne Behinderung in ihre Kurve. Und etwas Gutes hatte der Zwischenfall von Glasgow ja doch: Niemals zuvor setzte sich ein HSV-Trainer so vehement dafür ein, dass die Fans zu ihrem Recht kommen.
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