Es war die 87. Minute. Hannovers Jiri Stajner stürmt in den Strafraum. Tomas Rincon ist zur Stelle und macht den Weg zum Tor dicht. Stajner fällt, Schiedsrichter Dr. Jochen Drees zeigt sofort auf den Punkt. Hannovers Tscheche tritt selbst an und verwandelt zum 2:2. Für den HSV ein Skandal. Nach dem Abpfiff gab es nur ein Thema. War es ein Strafstoß, oder nicht?
"Es muss klargestellt werden, dass das kein Elfmeter war. Der Gegenspieler wollte bremsen, ich stand da und er ist einfach in mich reingegangen", erklärte Pechvogel Rincon, der bei seiner Analyse von fast allen Seiten Unterstützung bekam.
"Tomas kann sich nicht in Luft auflösen. Stajner war nur auf den Elfmeter aus. Das muss der Schiedsrichter sehen. Es war eine Angstentscheidung", polterte Trainer Bruno Labbadia. Von einer „sehr glücklichen Entscheidung“ und einem „Elfmeter, den man eher nicht geben musste“, sprach 96-Coach Andreas Bergmann. Der Meinung war auch der Gefoulte selbst. „Stajner hat gesagt, dass es kein Elfmeter war. Er wollte weiterspielen“, klärte Joris Mathijsen stellvertretend auf.
Und was sagt der Schiedsrichter? Von einer Fehlentscheidung war bei ihm hinterher nichts zu hören. Er verteidigte seine Entscheidung und blieb damit auch nicht komplett alleine. Hamburgs Marcell Jansen stellte sich als einer der wenigen Profis auf die Seite des Referees und meinte; „Man muss ihm recht geben. Ich habe es noch einmal in der Wiederholung gesehen. Der Arm geht raus und der Gegenspieler wird eingeklemmt.“
Ob die Aktion tatsächlich für einen Strafstoß gereicht hat, bleibt trotzdem fraglich. Fest steht: Zumindest Rincon wird keinen Knacks davontragen. „Das ist Fußball und kann jedem anderen auch passieren“, meinte er. So bitter es gestern für ihn und den HSV auch war.
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