ANNA SEIDLER
Öko-Lichter auf dem Prüfstand: Alarmierende Ergebnisse / Erschreckend: Alle Modelle fielen beim Strahlen-Test durch
Alt raus, neu rein: Seit September hat der Ausstieg aus dem Glühlampen-Zeitalter begonnen. Und gemessen an ihrem enormen Einsparpotenzial sind Energiesparlampen ein wahrer Segen: Gegenüber ihren Vorgängern verbrauchen sie bis zu 80 Prozent weniger Strom. Doch die Diskussionen um die Schattenseiten der Nachfolger-Birnen reißen nicht ab. Eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift "Guter Rat" ergab jetzt: Die Elektrosmog-Werte der Öko-Lampen sind stark erhöht - und die Sparwunder damit wahre Strahlen-Schleudern!
Strahlende Bilanz
Eigentlich sollten die Birnen nur leuchten und nicht gefährlich strahlen. Doch das Ergebnis der Elektrosmog-Untersuchung offenbarte so alarmierende Resultate, dass es für alle Modelle in dieser Kategorie Fünfen und Sechsen hagelte. Da es für Energiesparlampen noch keine Grenzwerte gibt, orientierten sich die Tester am sogenannten TCO-Grenzwert für Computer-Monitore. "In dieser Vorschrift wird die Strahlung des Displays beschränkt auf ein Volt pro Meter. Bei Energiesparlampen haben wir bis zum Zwölffachen höhere Werte", berichtet Testleiter Wolfgang Herter. Dabei wären diese hohen Werte überhaupt nicht nötig: "Die Hersteller könnten die Strahlung mit wenig Aufwand verringern", so Herter.
Risiko für die Gesundheit?
Schonen die Lampen der Zukunft also das Klima auf Kosten unserer Gesundheit? Mediziner warnen, dass erhöhte Elektrosmog-Werte zu Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein und Hormonproblemen führen können. Experten raten, einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zu den Birnen zu halten. Da die Lampen obendrein Quecksilber enthalten, ist zusätzliche Vorsicht geboten. Zwar gelten heile Lampen als ungefährlich - brenzlig wird es jedoch, wenn die Energiesparlampen zerbrechen und man das Schwermetall einatmet. Dann sollte schleunigst gelüftet werden.
Wie sparsam die Birnen sind
Mit glänzenden Einspareffekten machen alle geprüften Energiesparlampen ihrem Namen alle Ehre. Spitzenreiter in Sachen Verbrauchswerte ist der Gesamt-Testsieger "Steinel ESL" (8,99 Euro): Rund 80 Prozent Strom spart dieser gegenüber einer 75-Watt-Glühlampe ein. Wenigstens finanziell kann sich der Lampen-Wechsel also lohnen: Verbraucher können durch den Austausch einer einzigen Birne bereits 7,45 Euro im Jahr sparen. Etwas bescheidener fiel die Bilanz beim Test-Schlusslicht "Maxi Lux" aus: Mit einer 60-prozentigen Einsparung habenVerbraucher aber immerhin jährlich fünf Euro mehr in der Haushaltskasse.
Info:
Alternativen zu Glühbirne und Energiesparlampe
Bis September 2012 geht es den letzten Glühbirnen an den Kragen. Neben Energiesparlampen gibt es weitere Alternativen
Halogen-Leuchten Sie sind sparsamer als Glühbirnen und werfen ein besseres Licht. Mit 30 Prozent weniger Stromverbrauch kommen sie an den Einspareffekt von Energiesparlampen aber nicht heran.
LED-Lampen Den "Licht emittierenden Dioden" (LED) gehört die Zukunft Ihre Lebenszeit kann bis zu 50000 Stunden betragen - sie müssen praktisch nie ausgetauscht werden. Haken Die Birnen können bisher nur 40-Watt-Glühbirnen ersetzen - höhere Leistungen sollen aber folgen.
Ressort: ratgeber
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