DIRK JOHANNES ANDRESEN
Irischer Minister Neues Spiel gegen Franzosen / FIFA sagt "Nein!"/ Sarkozy entschuldigt sich
PARIS/DUBLIN/KAIRO
D ie skandalösen WM-Qualifikationsspiele zwischen Frankreich und Irland sowie Algerien und Ägypten sorgen auf höchster politischer Ebene für Ärger. Weil der entscheidende Treffer für Frankreich zum 1:1-Endstand nach einem klar regelwidrigen Handspiel des Franzosen Henry fiel, forderte Irlands Justizminister Dermot Ahern persönlich den Weltverband FIFA auf, ein Wiederholungsspiel anzusetzen. Gestern das "Nein" aus der Zentrale des Fußball-Weltverbandes: "Eine Neuansetzung würde absolutes Chaos bedeuten."
Ahern ätzte: "Wir sind eben ein zu kleiner Fisch im Weltfußball." Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy entschuldigte sich bei Irlands Regierungschef Brian Cowen: "Ich habe ihm erklärt, wie leid es mir für die Iren und ihre Fans tut." Seine Wirtschaftsministerin Christine Lagarde stellte die FIFA-Bosse dagegen an den Pranger: "Es ist bitter, dass wir uns durch einen solchen Betrug qualifiziert haben. Die FIFA sollte sich der Regeln annehmen, damit ein Wiederholungsspiel möglich wird." Während inzwischen selbst der Sünder Henry eine Neuansetzung fordert, trat Frankreichs Regierungschef François Fillon gegen die Iren und die eigene Ministerin nach: "Wie sollten nicht in die Arbeit der FIFA eingreifen."
Noch krawalliger geht es zwischen Ägyptern und Algeriern zu - auch dort auf höchster politischer Ebene. Nachdem die Algerier sich in einem Entscheidungsspiel durchsetzten, zog die ägyptische Regierung ihren Botschafter aus Algier ab. Tausende Ägypter stürmten in Kairo die algerische Botschaft. Insgesamt kamen bei Krawallen nach dem Spiel 14 Menschen ums Leben, 250 wurden verletzt.
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