HEIKO KAMMERHOFF
Schauspiel-Star Jana Schulz spielt die Hauptrolle im Selbstmord-Drama "Glaube Liebe Hoffnung"
Kürzlich hat Jana Schulz im Kalender geblättert - und gestutzt. Der Premierentermin von "Glaube Liebe Hoffnung", in dem sie ab morgen die Hauptrolle spielen wird, ist sehr speziell: "Totensonntag passt ja super!" Denn Ödön von Horvàths Stück über eine mittellose junge Frau, die in den Selbstmord getrieben wird, verrät schon im Untertitel, was es eigentlich ist: "Ein kleiner Totentanz".
Anstrengend seien die Proben gewesen, sagt Jana Schulz. "Meine Figur ist immer im Einsatz, sie muss immer wach sein. Das ist ihr Albtraum. Die Leute um sie herum bringen sie immer mehr in Bedrängnis, üben immer stärkeren Terror auf sie aus." Für die 32-Jährige ist die Herausforderung allerdings eine Chance zu glänzen. Mal wieder.
Schon die Zuschauer in der Diplominszenierung an der Hochschule für Musik und Theater 2003 konnten sehen: Was für ein Talent! Direkt danach wechselte sie ins Ensemble des Schauspielhauses, spielte unter anderen die Shakespeare-Mädchen Julia und Desdemona. Man weiß dort, was man an ihr hat: Bei außergewöhnlichen Rollen steht sie ganz oben auf der Liste - ob als grandioser Tellheim in "Minna von Barnhelm", als "Käthchen von Heilbronn" oder jetzt in "Glaube Liebe Hoffnung".
Dass sie immer wieder die Hauptrollen bekommt, findet sie "nicht selbstverständlich". Genügsam darf man in dem Beruf nicht werden, und Jana Schulz ist immer mit ganzem Einsatz dabei: "In meiner Arbeitsweise bin ich zwar entspannter geworden. Bei manchen Dingen habe ich mich null verändert, obwohl ich es mir vielleicht wünschen würde", sagt sie. "Ich kann mit Kritik des Regisseurs schlecht umgehen, wenn ich mich total verausgabt habe. Ich bin auch ein Perfektionist." Jeder Theaterschauspieler schielt natürlich mal verstohlen in Richtung Film, doch feste Verträge verhindern regelmäßige Auftritte vor der Kamera. "Aber Theater ist das, was ich immer machen wollte, und da möchte ich auch bleiben."
Schauspielhaus: Premiere morgen, 20 Uhr, 11-55 Euro, Tel. 24 87 13
Ressort: kultur
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