MATHIS NEUBURGER
Nach den Anschlägen auf das Haus eines RWE-Managers und den Mercedes eines Werbeagentur-Chefs ist ein anonymes Bekennerschreiben aufgetaucht. Der Brief liegt der MOPO vor.
Hamburg drohen heiße Adventstage: Nach den professionell koordinierten Anschlägen auf den Werber Jean-Remy von Matt und den RWE-Vorstand Fritz Vahrenholt (MOPO berichtete gestern) ging bei der MOPO ein Bekennerschreiben ein. Demnach sind die Attacken Teil der "vorweihnachtlichen Aktionswochen in Hamburg: Rauhes Klima für Energiekonzerne, Manager und Helfershelfer".
Hat sich in Hamburg eine radikale, gewaltbereite Gruppe von Öko-Kämpfern etabliert? Bereits vor einem Jahr brannten in Hamburg Vattenfall-Autos. Während im damaligen Bekennerschreiben auf die "Atom-Mafia" geschimpft wurde, hat das jetzige Schreiben nicht den üblichen Pamphlet-Charakter, sondern ist größtenteils in nüchternem Ton verfasst.
Auf drei Seiten wird detailliert die Rolle von RWE im globalen Energiegeschäft geschildert, "breit aufgestellt engagiert sich der größte CO2-Emittent Europas im Bau von Kohlekraftwerken, der Förderung und dem Ausbau der Kernenergie und der Ausbeutung und dem Transport von Gas- und Ölvorkommen."
Vahrenholt wird als treibende Kraft hinter der Konzern-Kampagne für "eine Eintracht von erneuerbaren Energien und der Atomkraft" beschrieben, weshalb er wohl ins Fadenkreuz der Klimakrieger geraten ist.
Die Werbeagentur Jung von Matt sei wegen ihres "Engagements für Großkonzerne schon längst im Visier linker Aktivisten" und wird wegen einer Kampagne für "umweltbewussten" Atomstrom attackiert.
In Bezug auf den baldigen Klimagipfel in Kopenhagen werden die Energie-Multis als die großen Verhinderer bezeichnet, die trotz der Krise sprudelnde Gewinne verzeichnen. Zudem wird zu Hafenblockaden und der Stürmung des Konferenzzentrums aufgerufen: "Auch ein grün angestrichener Kapitalismus wird den Planeten und seine Lebewesen nicht retten."
Zitat:
"Ein grün angestrichener Kapitalismus rettet die Welt nicht" Aus dem Bekennerschreiben
Hintergrund: Anschläge wegen dieser Werbe-Figur
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