SVEN TÖLLNER
HSV-Lazarett: Kämpft sich Marcus Berg direkt vom Klo noch in den Kader?
Einer deutete auf seine Leiste, der nächste zeigte auf seinen Knöchel, noch einer auf seine Wade. Die meisten HSV-Profis zeigten sich allerdings gar nicht. Radfahren, Behandlung, Massagen. In den heiligen Hallen des Profi-Kaders war mächtig Betrieb. Draußen auf dem Trainingsplatz hingegen war die Lage übersichtlich. 16 Spieler tummelten sich dort, drei davon waren die Torhüter Rost, Hesl und Mickel. Bruno Labbadia ist vor dem Spiel gegen Bochum nicht zu beneiden. Doch der Coach ist kämpferisch: "Wir werden antreten. Mit anderen Dingen befassen wir uns nicht."
Kurz zur Erinnerung in alphabetischer Reihenfolge: Alex Silva, Benjamin, Berg, Boateng, Castelen, Guerrero, Petric, Pitroipa, Reinhardt, Zé Roberto sind platt. Nachwuchsmann Tunay Torun meldete sich gestern trainingsbereit, dafür muss nun um Eljero Elia gezittert werden.
Ob mit oder ohne den Holländer - die Hamburger müssen gegen Bochum antreten. Eine Absage ziehen DFB und DFL erst bei weniger als acht einsatzfähigen Lizenzspielern in Betracht. Davon ist der HSV weit entfernt. Die meisten Akteure der U23-Mannschaft wurden vor der Saison als Lizenzspieler gemeldet, um sie im Bedarfsfall einsetzen zu können. "Aber wir wollen denen jetzt natürlich auch nicht unnötig Leute wegnehmen", sagt Labbadia. Nicht auszuschließen, dass der Coach morgen keinen 18er-Kader stellt, sondern nur mit 15 oder 16 Spielern in die Partie geht. Bei den Spielern hat die aberwitzige Verletztenliste sowieso schon den Trotz-Modus aktiviert. "Wir stehen mit elf fitten Spielern auf dem Platz", so Joris Mathijsen, "das reicht doch - oder nicht?"
Labbadia hat noch Hoffnung. Boateng (Wadenprobleme und nun auch noch grippaler Infekt) könnte noch fit werden. Labbadia: "Und bei Berg hoffe ich, dass es vielleicht für die Bank reicht." Der Magen-Darm-Grippegeplagte Schwede würde nach vier Krankheitstagen direkt vom Klo in den Kader durchstarten.
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