STEPHANIE LAMPRECHT
Stirnglatze, Vollbart, kleine runde Brille: Jürgen K. (46) wirkt auf den ersten Blick wie der nette Onkel von nebenan. Aber er hat ein zehnjähriges Mädchen missbraucht - und ging dabei besonders perfide vor.
Der vorbestrafte Exhibitionist hatte sich auf eine Anzeige gemeldet. Derzeit steht der Mann aus Fehmarn vor dem Landgericht Lübeck.
Der Anzeigentext: "Wir, zwei Mädchen (acht und zehn Jahre alt), suchen einen kleinen Hund zum Ausführen." Die Schwestern wünschten sich sehnlichst einen Hund. Ihre Mutter wollte, dass sie erst einmal "üben", gab arglos die Privatnummer der Familie an. Als Jürgen K. die Anzeige las, gab er sich seiner Lebensgefährtin gegenüber empört: "Unverantwortlich von den Eltern, wer da alles anrufen kann!"
Zwei Tage später rief er selbst an, hatte die Zehnjährige am Apparat und gab sich als Hundebesitzer aus. Sie solle mit ihrem Rad nach Lütjenbrode (Kreis Ostholstein) kommen, forderte er das Kind auf. Am Radweg wartete er auf sein Opfer. "Mein Hund Beppo ist weggelaufen, hilfst du mir suchen?" Mit diesen Worten lockte er das Kind ins Gebüsch, vergewaltigte es.
Anschließend bedrohte der massige Mann das verängstigte Mädchen: "Er sagte, wenn ich mal mit Mama und meiner Schwester im Wohnzimmer sitze, dass er dann auf einmal reinkommt und es peng macht und einer tot umfällt", schilderte die Schülerin später der Polizei.
Der arbeitslose Kraftfahrer ist außerdem angeklagt, in elf weiteren Fällen Frauen und Mädchen am Telefon sexuell belästigt und eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Bei den Telefonanrufen soll er sich als Arzt ausgegeben und seine Opfer aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an sich auszuführen.
Ende Mai 2008 soll er in Baden- Württemberg eine Joggerin (30) überfallen, in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt haben. Er habe exhibitionistische Neigungen, gestand Jürgen K. zu Prozessbeginn. Er war im Jahr 2001 von Stuttgart nach Fehmarn gezogen. Fortsetzung heute.
Mit Abschicken Ihres Kommentars akzeptieren Sie die Verhaltensrichtlinien.
Artikel drucken
Artikel versenden
Leserbrief schreiben
Meinung sagen und diskutieren
Zurück zur Übersicht
Zu Social-Bookmarking-Diensten hinzufügen:
Alle Kinder sollten in die Vorschule gehen mehr
Der Fortschritt hält Einzug mehr
Die wichtige Aufgabe der Frau Matthäus mehr
Die Doktorandin und die Wohnung mehr
Ärger im Restaurant? So wehren Sie sich! mehr
Nachhilfeunterricht ist oft ein Statussymbol mehr