SVEN TöLLNER
Zauber-Brasilianer musste schon gestern in Zürich unters Messer: Hinrunde gelaufen. “Wir können es ja nicht ändern."
Bruno Labbadia gibt sich alle Mühe. Nicht jammern, positiv bleiben, Stärke demonstrieren. Allzu leicht fällt das ganz sicher nicht. Ob Labbadia in der Abgeschiedenheit des Kabinentraktes die Wasserkisten durch die Gegend tritt, ist nicht überliefert. Verstehen müsste man es wohl! Jeden Tag eine Hiobsbotschaft oder auch gerne mal zwei oder drei...
Seit gestern ist jedenfalls endgültig klar, dass Superstar Zé Roberto bis zur Winterpause ausfällt. Der brasilianische Edeltechniker musste unters Messer.
Das angerissene Band im rechten Sprunggelenk lässt sich nicht auf konservative Weise in einen wettbewerbsfähigen Zustand bringen. Oh weh, Bruno die Zé-OP macht dem Trainer die Arbeit noch schwerer. "Wir können es ja nicht ändern", stöhnt der Coach. Er sei ja kein Arzt, sagt er, man müsse das halt so hinnehmen. Aber hätte die Entscheidung für eine sofortigen OP nicht Zeit gespart auf dem Weg zum Comeback?
Labbadia: "Dann wäre er komplett weg gewesen. Einen Versuch war es wert und es sah auch zwischenzeitlich ganz gut aus."
Aber eben nicht gut genug. Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt, Zés Vertrauensarzt, hatte am Mittwoch entschieden, dass das lädierte Band per OP fixiert werden muss. In der Züricher Schulthess Klinik legte sich der 35-Jährige gestern unter das Messer des renommierten Fußchirurgen Dr. Pascal Rippstein.
Mindestens vier Wochen wird Zé danach pausieren müssen damit spitzt sich auch für Labbadia die Lage weiter zu. "Druck hat man doch eh immer", sagt der Trainer, "und was soll ich mir Gedanken darüber machen, was Weihnachten los ist. Wir haben eine tolle Ausgangslage gehabt, in den letzten Spielen aber trotz guter Chancen keine Ergebnisse mehr eingefahren." Hält der Trend an, purzelt der HSV noch in der Hinrunde aus den Euro-Rängen.
Schon am Sonntagabend könnte Ex-Titelkandidat HSV sich auf Platz acht im Niemandsland wiederfinden. Wirklich zum Jammern - aber dabei wird sich zumindest Labbadia nicht erwischen lassen.
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