FLORIAN REBIEN, SVEN TÖLLNER
Der nächste Verletzte: Nach dem Tritt von Noveski wird Elia wohl bis zum Winter fehlen. Das jüngste Opfer einer fast beispiellosen Verletzungsserie
Thomas Tuchel wahrte zumindest den Anstand. Der Mainzer Trainer entschuldigte sich bei Bruno Labbadia, erkundigte sich zu Beginn der Pressekonferenz nach Eljero Elias Gesundheitszustand. "Schlecht", lautete die Antwort. Und die TV-Bilder ließen nur eine Annahme zu: Da muss was kaputt sein - Bänderriss oder noch mehr? Die exakte Diagnose wird heute erst zur Verfügung stehen. Nach der Kernspintomografie weiß Labbadia, ob er und der HSV Langzeitausfall Nummer neun zu verkraften haben. Der Coach: "Schon sehr eigenartig, aber wir wollen nicht lamentieren."
Labbadia will über diese mittlerweile fast schon mysteriöse Verletzungsserie nicht mehr reden. Prognosen gibt's nicht, Gejammer erst recht nicht. Verständlich wär es. Seit Beginn der Vorbereitung im Juli wird der Coach praktisch permanent mit Hiobs-Botschaften belästigt. Etliche Führungskräfte fallen mit großen Verletzungen Monate lang aus.
Kein Bundesliga-Team muss ein derart eklatantes Ausmaß an Ausfällen verkraften. "Es ist ein Teufelskreis. Aber wir können die Verletzten nicht zurückzaubern", sagt Nationalspieler Marcell Jansen. Seit Beginn der Saison ist Bruno Labbadia gezwungen, auf Spieler zu setzen, die sich eigentlich erst an das Bundesligatempo gewöhnen (Marcus Berg) oder aufgrund ihres Alters über Kurzeinsätze behutsam an die Klasse herangeführt werden sollten (Arslan, Torun). Der immense Qualitätsverlust lässt sich nicht vollends kompensieren. Die Folge: Seit sechs Spielen ist es den Hamburgern nicht mehr gelungen, einen Sieg nach Hause zu fahren. Nächster Anlauf gegen Hoffenheim - dann vielleicht zumindest wieder mit Mladen Petric.
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