BUTTJE ROSENFELD, NILS WEBER
Mit einer spektakulären ersten Halbzeit gegen Union Berlin hat St. Pauli seine Fans begeistert. Aber Stani bemängelt den zweiten Durchgang.
Drei Tribünen, drei Tore, drei Punkte. Im ersten Heimspiel ohne Haupttribüne hat der FC St. Pauli die besten, auf jeden Fall aber unterhaltsamsten 45 Minuten seit langem auf den ramponierten Rasen der Baustelle Millerntor gezaubert.
“Wir hätten die Haupttribüne schon viel früher abreißen sollen", witzelte Stadion-Manager Wolfgang Helbing nach dem 3:0 (3:0) gegen Union Berlin im Hinblick auf die vermeintliche fußballerische Kompensation der baulichen Lücke. “Wenn das so gut klappt, dann reißen wir jetzt auch gleich noch die Gegengerade ab!"
Advent, Advent, das Millerntor brennt! Mit einem wahren Offensiv-Feuerwerk, das die 19901 Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hinriss, haben die Kiezkicker im Eiltempo die “Berliner Mauer" eingerissen und die drei Punkte im Sturm erobert.
Platz zwei, 33:15 Tore und schon fünf Punkte Vorsprung auf Rang vier. Der FC St. Pauli steht glänzend da. Nach 39 Minuten war die Partie bereits gelaufen, und die Party im vollen Gange. Die Braun-Weißen wirbelten, dass Union die Eintracht verlor und fabrizierten Chancen fast im Minutentakt.
Der überragende Marius Ebbers (Trikot-Nr. 9) hatte die Gastgeber in der 9. Minute mit seinem 9. Saisontreffer in Führung gebracht. Das 2:0 von Jan-Philipp Kalla (14.), der für den gesperrten Lechner hinten links verteidigte, legte er per Kopf auf, das 3:0 (39.) des ebenso starken Max Kruse resultierte aus einem zuvor parierten Ebbers-Schuss. “Ebbe" ist in der Form seines Lebens.
Zur Halbzeit es hätte gut und gerne 6:0 stehen können - gab es einen Jubel wie sonst nur nach dem Schlusspfiff. Ein Schlusspfiff war es auch gewissermaßen. Das rauschende Fußballfest war zu Ende.
In den zweiten 45 Minuten agierte St. Pauli nicht mehr so druckvoll und konsequent gestaltete nicht, sondern verwaltete den Sieg zum Ärger von Trainer Holger Stanislawski: “Das hat mir gar nicht gefallen. Darüber müssen wir noch mal reden", bemängelte er.
Doch der strenge Fußballlehrer fand auch Worte des Lobes: “Vor einem Jahr hatten wir am Ende der Hinrunde 27 Punkte und 28:30 Tore, das haben wir schon jetzt überboten. Darauf können wir aufbauen." Das kann auch kein Abriss verhindern.
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