Sonntag, 14.03.2010

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05.12.2009
ARCHIV: 5:1 in Koblenz
 

St. Pauli spielt wie ein Aufsteiger

BUTTJE ROSENFELD

Das ist der absolute Wahnsinn! Vor 8555 Fans siegte der FC St. Pauli leicht und locker 5:1 (2:0) in Koblenz, hätte sogar zweistellig gewinnen können.

"Das war wie ICE gegen Dampflok", freute sich Sportchef Helmut Schulte. Nach dem sechsten Auswärtssieg in dieser Saison haben die herrlich verrückten Kiezkicker als Tabellenzweiter schon vier Punkte auf den Relegationsplatz, den Bielefeld inne hat. 5:0 in Aachen, 4:0 in Karlsruhe, nun das 5:1 - so spielt ein Aufsteiger!

Irgendwie erinnerte die Partie im Oberwerth-Stadion an das Heimspiel gegen Union Berlin. Von der ersten Minute an machten die Hamburger Druck, spielten den Gegner phasenweise schwindlig.
Die Tore – sie wurden teilweise wie im Training heraus gespielt. Fußball zum Genießen.

Wie beim 1:0: Kruse tippt einen Eckball auf der rechten Seite an, Takyi stoppt kurz; Kruse zirkelt den Ball auf das lange Eck. Dort steht Ebbers, der zum o:1 einnickt (10.).

Oder das 0:2: Wieder ein Eckball von rechts. Bruns sieht Kruse am Strafraum – der nimmt den Ball mit der Brust an und jagt ihn mit seinem schwächeren rechten Fuß rechts unten rein (27.).

Takyi, zwei Mal Kruse und Daube hätten nachlegen müssen, was Trainer Stanislawski mächtig ärgerte: "Ich habe den Jungs in der Pause gesagt: 'Jetzt zeigt sich, ob ihr wirklich eine Klassemannschaft seid. Ihr müsst jetzt nachlegen."

Das taten seine Jungs – und das war der große Unterschied zum Spiel gegen Union Berlin, als nach dem Wechsel gar nichts mehr passierte, das Ergebnis nur noch verwaltet wurde. Die Kiezkicker waren richtig "torgeil".

Heraus kamen so drei weitere sehenswerte Tore. Zunächst bediente Lehmann Kruse mit einem Traumpass, und Max lochte ganz cool ein (55.), Bruns per Foulelfmeter (73. / an Naki verursacht) und der eingewechselte Hennings sorgten für zwei weitere Treffer. Mindestens zehn hätten es eigentlich sein müssen. Gleichwohl zog der sonst extrem kritische Stani ein positives Fazit: "Heute war ich mit allen, die auf dem Platz gestanden haben, sehr zufrieden."

Kurzfristig genervt wirkte nach dem Spiel allein Hain, der bei der einzigen wirklichen Nachlässigkeit seiner Vorderleute doch noch ein Gegentor (87. / Njazi Kuqi) hinnehmen musste. "Matze" bolzte den Ball danach böse weg. Auch das zeigt, wie ehrgeizig die Kiezkicker derzeit sind.

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