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07.12.2009
ARCHIV: St. Pauli
 

Hilfe, Stani hat nichts mehr zu nörgeln

BUTTJE ROSENFELD

Nach dem 5:1-Sieg in Koblenz war selbst der strenge St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski zufrieden.

Als die Sportjournalisten Holger Stanislawski nach dem überlegenen 3:0-Sieg über Union Berlin befragten, waren sie irritiert. St. Paulis Trainer meckerte über seine Jungs, als ob sie grad vergeigt hätten. So ist Stani: Immer geht's für ihn noch besser. Nach dem 5:1 in Koblenz aber hatte der Ex-Profi ein Problem: Hilfe, es gab (fast) nichts zu nörgeln!

Der 40-jährige Fußball-Lehrer musste zugeben: "Ich habe das erste Mal wirklich Schwierigkeiten gehabt, etwas zu finden, das mir nicht gefallen hat - höchstens die Torausbeute."

Doch mit diesem Mini-Makel konnte er prima leben: "Wir waren dominant, effektiv und präsent. Fast zu 100 Prozent. Natürlich ist es für ein Trainer-Team schön, wenn das, was man vorm Spiel und in der Halbzeit alles bespricht, umgesetzt wird." Damit meint Stani vor allem die zweiten 45 Minuten. Anders als beim 3:0 gegen Union habe seine Equipe nicht nachgelassen, sondern nachgelegt.

Diesen Zustand umschreibt Stanislawski gern mit "herrlich". Der Coach: "Das ist mein Lieblingswort, wenn's mir gut geht. Das ist wie bei meinem Hund Sheila. Wenn der draußen ist und Auslauf hat, dreht er sich irgendwann mehrfach im Kreis, grunzt dann noch einmal wohlig und dann legt er sich zufrieden hin. So geht's mir dann auch. Ich nenne das positive Leere ..."

Ob seine Kiezkicker wegen der bislang tollen Saison abzuheben drohen, wollte die MOPO wissen. Da hat Stanislawski keine Angst: "Wir haben eine positive Grundstimmung, aber keiner muss auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Die Spieler genießen - wie auch unsere Fans - erst mal nur die schönen Momente."

Gibt's noch mehr davon wie in Koblenz, endet St. Paulis Saison in der Bundesliga. Die trauen alle Experten dem Tabellenzweiten schon jetzt zu. Aber bei diesem Thema mauert der Offensiv-Verfechter: "Wir freuen uns erst mal auf jedes einzelne Spiel. Nur wenn wir am 27. Spieltag noch da oben stehen, werden wir mit aller Macht versuchen, das Optimale zu erreichen."

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