FLORIAN REBIEN
Ivorer ist bereit für den Titelkampf - und empfiehlt einen jungen Stürmer
Guy Demel gehört zu den Dauerbrennern beim HSV. Erst drei Ligaspiele hat er diese Saison verpasst. Im Eiltempo geht es für den 28-Jährigen in den nächsten Monaten weiter. Neben den Spielen für Hamburg steht für ihn im Januar der Afrika-Cup in Angola auf dem Programm, im Sommer will er mit der Elfenbeinküste zur WM nach Südafrika. In der MOPO spricht er über die ungewöhnliche Situation und die Erfolgsaussichten.
MOPO: Wie gehen Sie mit der hohen Belastung um?
Demel: Es sind in dieser Saison für die afrikanischen Nationalspieler wirklich viele Spiele, ich habe bei mir deswegen gleich einiges umgestellt. Ich arbeite viel mit den Physiotherapeuten zusammen, achte auf die richtige Regeneration mit vielen Massagen und habe meine Ernährung verändert. Weil es wichtig ist, zwinge ich mich, diese Saison nach Spielen etwas zu essen. Das habe ich früher nicht gemacht.
MOPO: Beim HSV würde man es sicherlich gerne sehen, wenn Sie auf den Afrika-Cup verzichten würden. Schließlich verpassen Sie sonst den Rückrundenstart.
Demel: Es kommt für mich nicht infrage, dass ich da nicht mitfahre. Das ist genauso wie eine EM in Europa. Das Turnier ist für mein Land und für mich sehr wichtig. Wir haben lange nichts mehr gewonnen und wollen diesmal den Titel holen.
MOPO: Ein Titel war auch beim HSV zum Saisonstart das Ziel. Hat sich daran etwas geändert?
Demel: In der Bundesliga hätten wir sicherlich schon ein paar Punkte mehr haben können, die Ausgangsposition ist trotzdem nicht schlecht. Es gibt noch viele Spiele und das Ziel bleibt, am Ende etwas zu gewinnen. Ich bin schon länger beim HSV, die Entwicklung war in den letzten Jahren sehr gut. Nun fehlt mit einem Titel nur noch die Krönung.
MOPO: Was macht Sie so optimistisch, dass es diese Saison klappt?
Demel: Ich habe bislang keine bessere Mannschaft in der Liga als uns gesehen. Wir stehen gerade falsch in der Tabelle, haben aber nicht weniger Qualität als die Teams, die vor uns sind.
MOPO: Und wenn es in der Liga nicht klappt, bleibt ja immer noch die Europa League.
Demel: Ja, das Finale ist bei uns im Stadion, und ich will da nicht hingehen und zwei andere Teams angucken. Klar ist aber auch, dass es verdammt schwer wird. Mit Liverpool oder Atlético kommen viele starke Teams jetzt dazu. Es ist langsam fast genauso schwer wie in der Champions League.
MOPO: Muss sich der HSV im Winter noch mal verstärken?
Demel: Die Situation mit den vielen Verletzten ist nicht gut. Wir haben lange mit unserer Geschlossenheit durchgehalten. Eine Verstärkung ist immer gut, aber es muss passen.
MOPO: Ihr Nationalmannschaftskollege Seydou Doumbia spielt in Bern und hat diese Saison schon 17 Tore in 15 Spielen gemacht. Ist er nicht ein Kandidat?
Demel: Er ist wirklich ein guter Stürmer. Wir unterhalten uns oft. Die Bundesliga soll für ihn der nächste Schritt sein.
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