Mittwoch, 17.03.2010

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15.12.2009
ARCHIV: Uriah Heep
 

Noch lange nicht reif fürs Altenheim

SÖREN INGWERSEN

Nach 40 Jahren auf der Bühne sind andere reif fürs Altenteil. Nicht so Uriah Heep. Die fünf Semi-Senioren aus Großbritannien rocken die Fabrik, als gäbe es kein Gestern, sondern nur die Gegenwart eines antreibenden Ohrenfeger-Sounds, der dem Hard Rock alter Schule alle Ehre macht.

Mick Box, der 62-Jährige mit den langen weißen Haaren und der Sonnenbrille, ist als einziges Gründungsmitglied noch dabei. Mit stoischer Ruhe gelingt es ihm irgendwie, die Gitarre für sich arbeiten zu lassen, während Trevor Bolder solide Basslinien zimmert und Keyboarder Phil Lanzon die Retro-Orgel aktiviert.

Sänger Bernie Shaw hat seine Stimme und die jubelnden Fans bestens im Griff - denn bei aller musischen Wucht dominieren doch die eingängigen Melodien. So ist der Publikums-Chor bei den Klassikern "Free Me" und "Lady In Black" schnell einsatzbereit, und für einige romantische Einschübe bleibt auch noch Zeit. Ein Hard-Rock-Abend ohne Show und Schnörkel und eine Hymne an die wilden 70er, bei der auch die, die dem Genre eher fernstehen, ihren Spaß haben können.

Trotzdem gibt's nur eine Zugabe und einen patriotischen Abschied mit Händeschütteln zu den Klängen von "Land Of Hope And Glory". Ist das die feine englische Art?


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