FLORIAN MERKEL
Fazit: Darüber entscheidet der Geschmack. Color Line Arena drei Mal ausverkauft.
Oob Leinwand, TV, Radio, Internet - man kann diesem Mann einfach nicht entkommen. 2009 war Mario Barth mehr denn je auf allen Rohren, Leitungen und Bühnen präsent. Seine Zoten und Anekdoten füllten einen ganzen Kinofilm, er berlinerte sich durch ein neues Comedy-Programm, quälte die Menschen an den TV-Bildschirmen mit penetranter Werbung. Und dennoch: Seiner Popularität tut diese Omnipräsenz offenbar keinen Abbruch.
12.000 Fans strömten gestern Abend in die Color Line Arena, noch einmal 24.000 haben sich für heute und morgen Abend angekündigt. 36.000 Menschen innerhalb von drei Tagen - Barth-Hassern gehen bei solchen Zahlen die Argumente aus. Wer bei seinem Durchbruch 2001 noch gedacht (und gehofft) hatte, dieser Komiker sei nur ein kurioser Kulturauswurf, eine Modeerscheinung der modernen Medienwelt, der sieht sich acht Jahre später eines bessseren belehrt: Barth bleibt!
Mit seinen Frontberichten vom Schlachtfeld des Geschlechterkampfes hat er einen Nerv getroffen - manchmal etwas zu stark. Immer seltener führen seine Kalauer und Anekdoten zum Ziel, zur Pointe. Immer öfter dudelt bloß nochg die pseudo-private Schallplatte: "Dat is ja witzigerweise aus meinem Leben, watt ick da erzähle", berlinert Barth einst in einem Interview - und pflegt so sein Image als Kerl wie du und ich, der heimlich unter die Bettdecke pupst und nur unter Klagen mit der Freundin einkaufen geht.
So hat sich der 37-Jährige zu Deutschlands erfolgreichstem Live-Unterhalter gewitzelt. Der mittlerweile sogar am Thron von Entertainer-Eminenz Harald Schmidt rüttelt: "Schmidt ist für mich die größte Pfeife unter Gottes Sonne. Ein ignoranter, alter, zorniger Mann, der nur noch die GEZ-Gebühren einstreicht", ließ er unlängst verlautbaren. Schmidt ließ den Angriff kalt - keine Konkurrenz!
Comedy-König oder Witzfigur - darüber entscheidet am Ende der Geschmack, und über den lässt sich bekanntlich nichtstreiten. Und für all jene, die einfach nicht genug kriegen können: Barth ist am 2. und 3. Dezember 2010 erneut in der Color Line Arena zu Gast. Und sicher nicht das letzte Mal.
Info:
Zur Person
Mario Barth kam 1972 in Berlin als einer von sechs Brüdern zur Welt. Seine Eltern schickten ihn auf eine katholische Privatschule, anschließend machte er eine Ausbildung zum Elektriker und besuchte mehrere Comedy-Workshops. 2001 gelang ihm der Durchbruch mit "Männer sind Schweine, Frauen aber auch". Seither hat er ein Buch veröffentlicht ("Deutsch - Frau / Frau - Deutsch", seit 2004 mehr als 1,7 Millionen Mal verkauft), eine eigene RTL-Sendung und mehr als 1,5 Millionen Tonträger seiner weiteren Live-Shows "Männer sind primitiv, aber glücklich" und "Männer sind peinlich, Frauen aber auch" verkauft. Im Sommer 2008 hat er sich zudem ins Guinness-Buch der Rekorde gewitzelt 70000 begeisterte Fans sahen ihn im Olympiastadion. In diesem Jahr brachte der Vielfach-Preisträger zudem seinen eigenen Film "Männersache" in die Kinos. Der 37-Jährige lebt zusammen mit seiner Freundin in Berlin.
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