SVEN TöLLNER
Europa League: Unglückliche Niederlage in Israel. Yeboah trifft. Jetzt droht Juventus Turin.
Alles auf Sieg? Von wegen. Alles auf Werder ausgerichtet. Mit seiner B-Elf verlor Bruno Labbadia bei Hapoel Tel Aviv mit 0:1 (0:1) und enttäuschte so die 400 mitgereisten HSV-Fans. Trotzdem sind die Hamburger Zweiter in der Gruppe C und könnten in der nächsten Runde nun auf Juventus Turin mit dem Ex-Bremer Brasilianer Diego treffen.
Vielleicht wollte Bruno Labbadia ja seinem (vermeintlichen) künftigen Sportchef einen Gefallen tun. Horst Heldt soll im Sommer (mit einjähriger Verspätung) die Nachfolge von Dietmar Beiersdorfer antreten. Gestern konnte sich der Noch-VfB-Sportdirektor am TV ein Bild von einigen Spielern machen, die er bislang vermutlich noch nicht so gut kannte. Rost, Aogo, Elia, Jarolim und Boateng bleiben draußen. Hesl, Tavares, Tesche, Berg und Nationalspieler Trochowski dürfen sich bewähren.
Den ersten Platz wolle man sichern, hatte der HSV-Coach vor der Partie als Parole ausgegeben. Auf Sieg wolle man spielen. Aber mit dieser Aufstellung gegen die heimstarken Israelis (5:1 gegen Rapid, 2:1 gegen Celtic)? Na dann mal los.
Die gut 14.000 Fans (im nur auf dem Papier ausverkauften 16.000er Bloomfield-Stadion) erfreuen sich an ihren Helden und wundern sich über die Hamburger. Yeboah prüft Hesl (7.), der HSV kommt gar nicht gefährlich in den Abschluss – und wird zunehmend pomadiger. Als Jansen schläft und Hesl sich zu spät entscheidet, nutzt Samuel Yeboah die Gunst der Sekunde – das 0:1 (23.). Bergs Schuss (29.) bleibt das einzige HSV-Ausrufezeichen der ersten 45 Minuten.
Labbadia hat die Faxen dicke. Der schwache Trochowski und der indiskutable Tavares müssen raus. Torun und Elia kommen. Der Holländer steckt gleich auf Berg durch – daneben (49.). Jansens Flanke versenkt da Silva fast im eigenen Netz. Der HSV ist aufgewacht – der Trainer hat in der Pause deutliche Worte gefunden. Tesche scheitert erst an Hapoel-Keeper Enyeama (57.) und legt dann für Torun auf. Der Türke verzieht (58.), Elia trifft das leere Tor nicht (59.).
Halbchancen. Dass es nicht 0:2 steht, ist dann Schechters (hatte sich beim HSV selbst ins Gespräch gebracht) geschuldet (67.).
Es bleibt beim 0:1 – Tabellenzweiter in Gruppe C. In der nächsten Runde könnte es jetzt zum Beispiel gegen Juventus Turin, Galatasaray Istanbul oder Red Bull Salzburg (mit Huub Stevens und Dietmar Beiersdorfer) gehen. Dann wieder mit dem A-Team.
Info:
Europa League, Gruppe C
Hapoel Tel Aviv - Hamburger SV 1:0 (1:0)
Rapid Wien - Celtic Glasgow 3:3 (3:1)
1. Hapoel Tel Aviv 6 4 0 2 13:8 12
2. Hamburger SV 6 3 1 2 7:6 10
3. Celtic Glasgow 6 1 3 2 7:7 6
4. Rapid Wien 6 1 2 3 8:14 5
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