SIMON BRAASCH
Vor dem Nordderby HSV gegen Bremen hält Werder-Keeper Tim Wiese lieber den Mund. Doch das Spiel im winterlichen Volkspark verspricht so oder so heiß zu werden.
Der Norden präsentiert sich seit Tagen als Winterlandschaft, auch ganz Hamburg hofft nach Jahren mal wieder auf eine weiße Weihnacht. Schnee von gestern! Heute, ab 15.30 Uhr, wird gegrätscht, gekämpft und hoffentlich auch gejubelt. So oder so - es riecht nach einer ganz heißen Weihnacht im Volkspark.
Die Spielplaner des DFB entpuppen sich als perfekte Bescherer. Und schenken den Fans im Norden kurz vorm Fest das ultimative Spiel des Jahres. Der HSV zum Abschluss der Hinrunde gegen Werder. Oder besser: Hamburg gegen Wiese.
Die Protagonisten hielten sich im Vorfeld der Partie merklich zurück. Auch René Koch, Fanbeauftragter des HSV, hofft auf eine friedliche, aber feurige Stimmung. "Der Fokus sollte darauf gerichtet sein, unser Team zu unterstützen", stellt er klar. Koch ist aber auch sicher: "Herr Wiese wird bestimmt begrüßt werden. Er wird einen typischen Hamburger Empfang erhalten."
Was das bedeutet, ist klar. Der Großteil der 57 000 Fans in der Arena wird Gift und Galle spucken, zu lang ist die Liste der Verfehlungen des Werder-Keepers. Sein Kung-Fu-Tritt gegen Ivica Olic im Mai 2008. Ein Jahr später die Ansagen, der HSV habe gegen Werder "ja ohnehin die Hosen voll". Dazu seine teilweise großartigen sportlichen Leistungen gegen seinen Lieblingsgegner.
Wiese ist bemüht, die ohnehin schon hitzige Angelegenheit nicht zusätzlich aufzuwerten. "Zu dem Thema möchte ich nicht mehr viel sagen, sonst bin ich wieder der böse Junge", ließ er schelmisch grinsend wissen. Und auch von Seiten des HSV gibt's keine neuerlichen Anfeindungen. "Er ist ein sehr guter Torwart", so David Jarolim. "Aber zu seinem Image sage ich nichts mehr. Ich möchte ihn nicht noch zusätzlich motivieren."
Der Käpt'n überlässt das Urteil den Fans. Heute, ab 15.30 Uhr. Auf in die heiße Weihnacht!
Tim Wiese, das Großmaul? Vor dem Weihnachts-Derby hielt sich Werders Keeper bedeckt. Applaus wird er heute dennoch nicht ernten.
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