MALTE STEINHOFF, RÜDIGER GAERTNER
Straßenschlachten, illegale Autorennen und Schwerverletzte - die härteste Nacht des Jahres
Von wegen "frohes neues Jahr": In der Silvesternacht mussten Polizei und Feuerwehr zu insgesamt 2292 teils dramatischen Einsätzen ausrücken. Die Chronik der wichtigsten Ereignisse:
Chaos bei Mega-Party: Die All-inclusive-Party in der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (St. Georg) sollte laut Veranstalter die "größte und günstigste studentische Silvesterparty" der Stadt werden (Kartenpreise 32 bis 45 Euro). Weil aber nur ein Eingang geöffnet ist, müssen viele der rund 3500 Besucher bei Bibber-Temperaturen stundenlang auf den Einlass warten.
Demo vor Gefängnis: Vor dem Untersuchungsgefängnis (Neustadt) versammeln sich rund 200 Linke, um ihre "Solidarität mit den kämpfenden Gefangenen" zu bekunden. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Brennende Barrikaden an der Hafenstraße: An der Hafenstraße (St. Pauli) liefern sich ab 23.45 Uhr rund 300 zum Teil linksautonome Aktivisten Straßenschlachten mit rund 250 Polizisten. Es werden brennende Barrikaden errichtet. Die Randalierer werfen Steine, Flaschen und Molotowcocktails. Die Beamten setzen Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Drei Beamte werden verletzt, zwei Krawallmacher festgenommen.
Mann (38) explodiert Böller vor Gesicht: Um kurz nach Mitternacht zündet ein 38-jähriger Mann auf St. Pauli (Bleicherstraße) einen Böller an und steckt ihn in eine Glasflasche. Die Bombe explodiert direkt vor dem Gesicht des Mannes - Lebensgefahr.
16-Jähriger rammt sich Messer ins Auge: In Jenfeld (Görlitzer Straße) gerät der 16-jährige Ibrahim O. mit einem anderen Teenager in Streit. Der betrunkene O. zückt sein Butterfly-Messer und fuchtelt damit herum. Dann rutscht er aus und stürzt so unglücklich, dass sich die sieben Zentimeter lange Klinge in sein Auge bohrt.
Sechs Autos angezündet: An der Straße Am Hasenberge (Ohlsdorf) zünden Unbekannte um 5.35 Uhr fünf Autos an. Kurz zuvor war am Frahmredder (Sasel) ein BMW in Brand gesetzt worden.
25 Tonnen Müll: Am Neujahrsmorgen sammelt die Stadtreinigung rund 25 Tonnen Böllermüll ein - zwei Tonnen weniger als im Vorjahr.
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