SIMON BRAASCH
Münchner fassen Transfer im Sommer ins Auge. Dann darf das Abwehr-Juwel für 12 Millionen Euro gehen. "Kein Kommentar."
Gute Laune sollte eigentlich Trumpf sein, wenn sich die HSV-Profis heute um kurz vor 7 Uhr an der Arena einfinden. Doch stattdessen wird wenig später, beim Abflug ins türkische Belek, gleich wieder eine Sorge mit an Bord sein. Eine gewaltige! Nach MOPO-Informationen hat der FC Bayern die Fühler nach Jérôme Boateng ausgestreckt. Machen die Bayern ernst, könnte der Wechsel im Sommer über die Bühne gehen. Der Neujahrsschock, das Interesse des Rekordmeisters - es musste ja so kommen ...
Den Münchnern ist nicht entgangen, welch prächtige Entwicklung Boateng beim HSV genommen hat. Der 21-Jährige gilt als größtes deutsches Abwehrtalent und Hoffnungsträger für die WM im Sommer. Einer wie er passt hervorragend ins Münchner Anforderungsprofil: Jung, deutscher Nationalspieler mit weiterhin großem Entwicklungspotenzial - und gar nicht mal so teuer. Für zwölf Millionen Euro darf Boateng den HSV laut Ausstiegsklausel in diesem Sommer (trotz Vertrages bis 2012) verlassen.
Und plötzlich ergibt alles einen Sinn. Erst kürzlich verschoben Boateng und sein Berater Jörg Neubauer die dezent begonnenen Verhandlungen mit dem HSV in den Sommer hinein (MOPO berichtete exklusiv). Der HSV hingegen wollte unbedingt vorher verlängern - und im Gegenzug die lästige Klausel aus dem Vertrag streichen. Aus München sickerte nun durch, dass die Bayern-Bosse Boateng rieten, jetzt besser nicht zu verlängern. Klar, denn dann wäre das 21 Jahre alte Abwehr-Juwel mit einem Schlag weitaus teurer.
Bernd Hoffmann quittierte die Aufschiebung der Gespräche eher missmutig. "Wir haben das zur Kenntnis genommen", sagte der HSV-Klubboss der MOPO. Ahnt er, dass der Kampf bereits verloren sein könnte? Klauen die Bayern dem HSV nach Daniel van Buyten (2006) und Ivica Olic (im Vorjahr) erneut einen Eckpfeiler?
Boateng will davon nichts wissen - und macht stattdessen den Fans des HSV Mut. Zum Interesse der Bayern sagt er nur: "Kein Kommentar." Aber: "Es ist noch überhaupt nicht klar, was im Sommer passieren wird. Ich habe immer gesagt, dass ich sehr gern beim HSV spiele und mir sehr gut vorstellen kann zu verlängern. Das ist nach wie vor der Fall."
Nun aber grätschen die Bayern dazwischen. Und das dürfte erst der Anfang sein - auch im Ausland ist Boateng begehrt. Der Defensivallrounder im Fokus der Top-Klubs - wer kann es ihm ernsthaft verdenken, dass er sich alle Zeit der Welt nimmt, um über seine Zukunft zu entscheiden?
Lesen Sie auch: Boateng bricht die Verhandlungen ab
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