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15.01.2010
ARCHIV: Hamburg-Nienstedten
 

Taxifahrer in Nienstedten erschossen!

WIEBKE BROMBERG UND MARIUS RöER

Taxifahrer Peter Lüchow (58) wurde mit einem Kopfschuss hingerichtet. Schüler entdeckten die Leiche. Die Polizei schließt einen Raubdelikt aus. Kannte das Opfer den Todesschützen?

Parkähnliche Gärten, Luxuswohnungen mit Blick auf die Elbe und prunkvolle Villen prägen das Bild der Christian-F.-Hansen-Straße. Die Idylle im feinen Nienstedten wurde gestern schwer erschüttert. Auf dem Weg zur Schule entdeckten Kinder einen toten Taxifahrer in seinem Wagen. Der 58-jährige Peter Lüchow wurde während der Fahrt mit einem Kopfschuss hingerichtet von einem auf der Rückbank sitzenden Täter.

Es ist kurz vor 8 Uhr, als die Kinder das Taxi in unmittelbarer Nähe zu der Rudolf-Steiner-Schule entdecken. Das Fahrzeug ist gegen einen am rechten Fahrbahnrand abgestellten Mercedes-Kombi gekracht. Der Motor läuft noch, der Warnblinker ist eingeschaltet. Einer der Schüler alarmiert die Polizei. "Wir dachten, es wäre ein normaler Unfall, und haben in den Wagen reingeguckt. Da lag ein Mann. Es sah aus, als würde er schlafen. Es war nur merkwürdig, dass der Warnblinker an war", sagt der Schüler.

Während sich die Beamten bereits auf den Weg machen, kommt die Mutter eines der Kinder vorbei. Die Ärztin öffnet die Tür, sieht den toten Fahrer und ruft erneut die Polizei an, um den Fund zu melden. Kurz darauf rasen etliche Beamte der Mordkommission zum Tatort. Das Opfer sitzt zusammengesackt auf dem Fahrersitz, den Kopf vornübergebeugt.

Die Ermittler sperren die Straße ab, sichern Spuren und befragen Anwohner. Jedoch hat offensichtlich niemand etwas bemerkt. Nur eine Frau sagt, sie habe das Taxi bereits in der Nacht dort stehen sehen, sich aber nichts dabei gedacht.

Die Ermittlungen am Tatort ergeben: Der Täter hat den 58-Jährigen während der Fahrt offensichtlich angegriffen. Daraufhin streifte der Wagen einen Zaun. Etwa 30 Meter weiter schoss der Verbrecher vermutlich von der Rückbank aus auf den Fahrer. Die Kugel durchschlug den Kopf des Opfers und trat durch die Windschutzscheibe wieder aus. Zur Spurensicherung wurde der Wagen samt Leiche mit einem Abschlepper zum Polizeipräsidium gebracht.

Peter Lüchow war nicht bei einem Unternehmen beschäftigt, sondern arbeitete als selbstständiger Taxifahrer. Er lebte in einer kleinen Wohnung in dem gepflegten Reihenhaus einer Seniorin in Wedel. "Das war ein sehr ruhiger, hilfsbereiter Mann, der keine Familie hatte und meistens alleine war", sagt die Vermieterin (91).

Zu dem Motiv des Täters gibt es bisher keine Hinweise. Fest steht jedoch, dass nichts gestohlen wurde. Kannten sich der Täter und das Opfer? War es die Tat eines Irren? Die Polizei sucht Zeugen, die Peter Lüchow vor seinem Tod gesehen haben. Die Beamten fragen: Wer hat am Tatort verdächtige Beobachtungen gemacht oder Schüsse gehört? Wer weiß, an welchem Taxistand das Opfer mit seinem Fahrzeug (Kennzeichen HH-CE 675) tätig war? Hinweise an Tel. 428656789.


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