NINA GESSNER
Glatte Gehwege und Straßen: Der Winter hat Hamburg fest im Griff. Jetzt hat die Umweltbehörde einen 7-Punkte-Plan aufgestellt.
Seit sechs Wochen hat der Winter Hamburg fest im Griff. So lange schlittern, rutschen und balancieren die Bürger schon über die spiegelglatten Gehwege, viele sind schon gestürzt und haben sich verletzt.
Jetzt endlich hat die Umweltbehörde einen Eis-Krisengipfel einberufen. Gemeinsam mit den sieben Bezirksamtsleitern und Vertretern der Verkehrsbetriebe und Stadtreinigung wurde ein Notprogramm auf die Beine gestellt, das bereits ab Dienstagmorgen um sieben Uhr umgesetzt werden soll.
Hintergrund des Dramas auf den Bürgersteigen ist zum einen die Faulheit vieler Anlieger, die Wege vor ihrer Tür zu räumen. Zum anderen ist die Lage bei den anliegerfreien Wegen, für die die Bezirksämter zuständig sind, aus dem Ruder gelaufen, weil die beauftragten Winterdienste nur unzureichend arbeiten. Sie wurden nun ihren Aufgaben entbunden. Stattdessen ist die Stadtreinigung zuständig, die normalerweise nur für Fahrbahnen und nicht für Gehwege zuständig ist. "Wir haben jetzt den Hut auf", so Geschäftsführer Rüdiger Siechau.
Und so sieht das Notprogramm aus:
1. Die Stadtreinigung wird sofort 1000 Mitarbeiter für den zusätzlichen Winterdienst zur Verfügung stellen. Davon kommen 300 aus dem Unternehmen selbst, 700 weitere von Fremdfirmen.
2. Fünf regionale Koordinationsstellen steuern in Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern und der Hochbahn den Einsatz dieser Mitarbeiter.
3. Bei zusätzlichem Schneefall wird das Personal um weitere 200 Personen aufgestockt, die z.B. von "Hamburg Wasser" kommen.
4. Ab sofort gilt eine Hotline mit der Nummer (040) 25761313, bei der Anwohner nicht gestreute Flächen melden können.
5. Die bisher fünf Recyclinghöfe, die den Anwohnern kostenlos Splitt und Sand zur Verfügung stellen, werden auf zehn erweitert. Senatorin Anja Hajduk (GAL): "Wir betonen, es gilt weiter: Jeder vor seiner Tür. Die Streupflicht bleibt."
Auf diesen Recyclinghöfen gibt es Splitt und Sand:
- Harburg, Neuländer Kamp 6
- Osdorf, Brandstücken 36
- Bahrenfeld, Ottensener Straße
- Sasel, Volksdorfer Weg 196
- Bergedorf, Kampweg 9
6. Anlieger, die für größere Gehwegflächen zuständig sind und ihrer Räumpflicht nicht nachkommen, müssen mit Ersatzmaßnahmen rechnen, die ihnen in Rechnung gestellt werden.
7. Neben den Recyclinghöfen wird es 50 weitere öffentliche Plätze geben, an denen Streugut zur Verfügung gestellt wird. Sie werden noch bekannt gegeben.
"Wir hoffen mit dieser konzertierten Aktion, einen Beitrag für mehr Sicherheit auf den Gehwegen zu leisten", so Hajduk. Die Kosten für das Notprogramm seien noch nicht bezifferbar. Schon jetzt ist dieser Winter für die Stadtreinigung doppelt so teuer wie sonst.
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