SVEN TÖLLNER, SIMON BRAASCH
In Stuttgart muss die Wende her / Holland-Rakete Elia droht die Bank / Eindhoven, Frankfurt, Bayern - im Februar steht alles auf dem Spiel
Der Schock sitzt tief. Der späte Ausgleich in Köln. Das Mit-Ach-und-Krach-Remis gegen Wolfsburg in der Vorwoche. Die Pleite beim BVB - nur fünf Zähler in der Rückrunde, der HSV hängt noch immer im Winterschlaf.
"Spielleistung sehr gut, Punkteausbeute nicht sehr gut", lautet Bruno Labbadias Zwischen-Fazit. Der Trainer hat genug davon, will endlich was Zählbares auf der Habenseite sehen und erhöht den Druck auf seine Profis. "Am Sonnabend läuten wir eine Phase ein, in der es Schlag auf Schlag geht", stellt Labbadia klar. In dieser Phase werden die entscheidenden Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt.
Eine Pleite bei den Seriensiegern aus Stuttgart (fünf Dreier in Folge) würde die Stimmung in Hamburg schlagartig verschlechtern. "Wir müssen eine Serie starten", findet Kapitän David Jarolim, "mein Wunsch ist, dass wir in Stuttgart mit 1:0 gewinnen - egal wie." Auf schönen Fußball kommt es derzeit nicht an.
Das Resultat steht im Vordergrund! Labbadia wird in der Trainingswoche ganz genau hinschauen, wer sich als Haudegen in der derzeitigen Situation eignet. Dem zuletzt schwachen Elia droht beim VfB die Bank. "Er ist ein junger Spieler, der wie eine Rakete durchgestartet ist. Aufgrund von Verletzungen hatte er keine richtige Vorbereitung", erklärt Labbadia, "es gibt ja ein paar Leute, die in die Mannschaft wollen." Das gilt zum Beispiel für Nationalspieler Piotr Trochowski.
Eine Pleite in Stuttgart würde das derzeit fragile Gebilde HSV noch wackeliger werden lassen. Denn was dann drohen würde, ist klar: In wenigen Wochen könnten die Hamburger alles verspielen. Nach dem Auswärtsauftritt in Stuttgart kommt der PSV Eindhoven in der Europa-League-Runde der letzten 32 nach Hamburg.
Danach wollen die starken Frankfurter (sitzen dem HSV mit 31 Punkten im Kampf um die internationalen Plätze im Nacken) die Nordbank Arena erobern. Zum Abschluss des Monats geht es zum Titelfavoriten Bayern München. "Ich habe großes Vertrauen, was die Stärke der Mannschaft und den Umgang untereinander anbelangt", sagt Labbadia. Für dieses Vertrauen will der Trainer von seinen Spielern eine Gegenleistung haben: Tore, Punkte, Siege. Sonst würde auch für den Coach die Luft langsam dünner.
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