FLORIAN MERKEL
Kartenrückerstattung weiter ungewiss. Gläubiger stehen Schlange.
Das Aus der "India"-Zirkusshow wird immer mehr zur Posse. Während auf dem Heiligengeistfeld derzeit die Zelte abgebaut werden, stehen zahlreiche Karteninhaber vor der ungewissen Frage: Kriegen sie den Eintrittspreis rückerstattet? Die "Prime Time Entertainment AG" windet sich um eine Antwort - doch die Chancen stehen schlecht: Die Forderungen häufen sich, von Insolvenzverschleppung ist die Rede. Es wäre nicht das erste Großevent der "PTE", das in Hamburg ins Wasser fällt ...
Bereits für den Ausfall des "Jamie Oliver Dinners" im November 2008 zeichnet der Veranstalter verantwortlich. Fadenscheinige Begründung damals: "Probleme beim Zeltaufbau". Für den "India"-Abbruch wurde der kalte Winter herangezogen.
Die Gläubiger stehen derweil Schlange: Die Stadt hat noch offene Pachtforderungen, bestätigte Kulturbehördensprecherin Ilka von Bodungen. Mitarbeiter der Show (Namen der Redaktion bekannt) äußerten gegenüber der MOPO, dass bislang keine Gehälter ausgezahlt worden seien. Auch Künstlergagen stünden noch aus: "Das Unternehmen war von Anfang an zahlungsunfähig."
So liegt die Aussicht auf Rückerstattung der Kartenpreise bei null - wie auch MOPO-Leser Philip Kamm (24), der einst Karten im Wert von 280 Euro für das "Jamie Oliver Dinner" gekauft hatte, einschätzt: "Alle Briefe, Anrufe, Faxe blieben unbeantwortet. Jetzt habe ich meinen Anwalt eingeschaltet."
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